24. März 2013

Medien: Karstadt muss Umsatzeinbußen verkraften

Essen (dpa) - Karstadt muss laut Medienberichten mitten im schwierigen Umbau deutliche Umsatzeinbußen verkraften. In dem seit Anfang Oktober laufenden Geschäftsjahr 2012/13 liege der Umsatz bis Ende Februar jeweils um fast zehn Prozent unter Vorjahresniveau und auch den eigenen Planungen.

Karstadt
Das Logo des Kaufhauskette Karstadt an der Fassade einer Münchener Filiale. Foto: Tobias Hase/Archiv
dpa

Das berichtete das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Sonntag vorab. Die Betriebsräte seien darüber in Sorge.
Karstadt-Chef Andrew Jennings verwies am Sonntag auf dpa-Anfrage auf die komplexe Sanierung der Warenhauskette, die kurzfristig auch negative Effekte habe. Karstadt sei auf dem richtigen Weg und mache Fortschritte.

Die im «Spiegel» genannten Zahlen zu Umsatz und internen Planungen kommentierte Karstadt am Sonntag nicht. Ein Firmensprecher verwies darauf, dass man grundsätzlich keine Unternehmenszahlen kommentiere.

Jennings hat die Rückendeckung von Eigentümer Nicolas Berggruen.
«Wir haben Karstadt 2010 aus der Insolvenz gekauft. Das Unternehmen war praktisch tot. Heute lebt es», erklärte Berggruen bereits am Samstag in einem schriftlichen Interview mit dpa. Die Neuausrichtung sei keine Schnellreparatur. «Das Management baut Karstadt komplett um. Es ist völlig normal, dass Umsätze zurückgehen, bevor es dann aufwärts geht.» Jennings habe eine schwierige Aufgabe, die dieser bravourös löse. «Er macht Karstadt gemeinsam mit den Mitarbeitern zu dem modernen und kundenorientierten Unternehmen, das es sein soll.»

Laut «Spiegel» lagen im Februar die Verkäufe um fast 12 Prozent
unter den Planungen und die Umsätze 15 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Man sehe «mit großer Sorge die betriebswirtschaftlichen Entwicklungen», heißt es dem Magazin zufolge in einem Schreiben der Betriebsräte an Jennings. Das Umsatzminus sei «alarmierend» und gehe «an die Substanz der Unternehmen». Von Seiten der Gewerkschaft Verdi war am Sonntag keine Stellungnahme zu bekommen.

Jennings verdeutlichte auf dpa-Anfrage, dass die Strategie stimme. «Unsere Strategie heißt deshalb "Karstadt 2015" und nicht "Karstadt März 2013"», betonte er. Die Neuausrichtung sei auf einen mittel- und langfristigen Erfolg ausgerichtet. Es sei klar, dass ein Restrukturierungsprogramm kurzfristig negative Effekte habe. «Wir sind mit Sicherheit auf dem richtigen Weg bei der Umsetzung unsere Strategie und sehen keinerlei Anlass, jede einzelne Woche das selbe Gerücht zu kommentieren», unterstrich der Karstadt-Chef. «Karstadt macht gute Fortschritte.»

Jennings hatte vor kurzem im Interview mit dem «Tagesspiegel» auf den Ausstieg aus dem unrentablen Multimedia-Geschäft und der Abbau von Altwarenbeständen, die sich negativ auf den Umsatz auswirkten.
Durch den langen Winter laufe bundesweit Frühjahrsmode schlecht. «Dieses Jahr wird noch hart werden, aber dann werden wir Land sehen. Unter der Bedingung, dass wir nicht in den nächsten drei Monaten ein solches Winterwetter haben», sagte Jennings der Zeitung auf die Frage, wann der Konzern in den schwarzen Zahlen ist. Karstadt hatte 2010/11 (30.09.) einen Verlust von knapp 21 Millionen Euro verbucht.

«Tagesspiegel»-Interview im Karstadt-Portal

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