25. September 2014

Middelhoff: Kein großer Unterschied zwischen Esch und Sal. Oppenheim

Köln (dpa) - Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat den Immobilienunternehmer Josef Esch als einen der früheren Entscheider im Bankhaus Sal. Oppenheim beschrieben.

Sal. Oppenheim-Prozess
Der frühere Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, im Kölner Landgericht. Foto: Thilo Schmülgen
dpa

«Aus der damaligen Sicht gab es keinen großen Unterschied zwischen der Bank und Herrn Esch», sagte Middelhoff am Donnerstag als Zeuge im Kölner Strafprozess gegen Esch und die ehemalige Führung von Sal. Oppenheim. «Meine Wahrnehmung ist, dass Herr Esch wesentlichen Einfluss auf die Bank hatte», sagte Middelhoff. In dem Prozess geht es unter anderem um die Frage, ob Esch eine Art «Graue Eminenz» der Bank gewesen ist - was seine Verteidigung bestreitet. Middelhoff gilt als prominentester Zeuge.

In dem seit eineinhalb Jahren dauernden Strafverfahren vor dem Landgericht Köln sind das einstige Führungsquartett von Sal. Oppenheim sowie Esch teils wegen Untreue im besonders schweren Fall, teils wegen Beihilfe dazu angeklagt. Sie bestreiten die Vorwürfe. Das Schicksal der früher größten europäischen Privatbank und des einst von Middelhoff geführten Handelskonzerns Arcandor waren eng miteinander verbunden. Als Großaktionär wurde Sal. Oppenheim von der Arcandor-Insolvenz im Sommer 2009 mit in den Abwärtsstrudel gezogen. Die Deutsche Bank übernahm Sal. Oppenheim Anfang 2010 in stark verkleinerter Form.

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