30. Juli 2012

Royal Bank of Scotland gibt Verwicklung in Libor-Skandal zu

London (dpa) - Die großteils verstaatlichte britische Großbank RBS rechnet mit einer saftigen Strafe im Skandal um manipulierte Libor-Zinssätze. Die Royal Bank of Scotland sei Gegenstand von Untersuchungen der britischen Finanzaufsicht FSA, sagte RBS-Vorstandschef Stephen Hester der Zeitung «The Guardian».

Royal Bank of Scotland
Im Skandal um mutmaßliche Zinsmanipulationen bei mehreren Großbanken hat die britische Royal Bank of Scotland (RBS) Medienberichten zufolge zehn Mitarbeiter entlassen. Foto: Andy Rain/Archiv
dpa

«RBS ist eine der Banken, die im Libor-Skandal gefangen sind», sagte Hester. Er gab aber keine Prognosen ab, wie hoch die Strafe ausfallen könnte.

RBS-Konkurrent Barclays hatte 290 Millionen Pfund an die Finanzaufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien sowie an das US-Justizministerium zahlen müssen. Händler der Bank hatten in den Jahren 2005 bis 2009 nachweislich zu niedrigen Zinssätze zur Ermittlung des Libor-Satzes gemeldet.

Der Libor gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Darüber hinaus wird er als Referenzzins für diverse Geldgeschäfte herangezogen. Er wird aus einem Durchschnitt der gemeldeten Sätze von 18 Banken ermittelt. Die Behörden gehen davon aus, dass Barclays bei der Manipulation des Libors nicht alleine gehandelt hat. Auch die Deutsche Bank ist im Visier.

Der Chef der Bank HSBC, Stuart Gulliver, hat sich am Montag für die «Fehler der Vergangenheit« entschuldigt. Die Bank bildete Rückstellungen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar, um die Kosten für erwartete Strafen bezahlen zu können, unter anderem wegen Vorwürfen der Beihilfe zur Geldwäsche in den USA und zu Unrecht verkaufter Versicherungen und anderer Finanzprodukte.

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