20. August 2013

Studie: Niedrigzins bremst Sparlust der Deutschen

Berlin/Frankfurt (dpa) - Die extrem niedrigen Zinsen bremsen nach einer Umfrage die Sparanstrengungen der Deutschen. Damit sparen die Bundesbürger aktuell auch nach eigenem Empfinden nicht genug.

Euroscheine
Die Zinsen für Anlagen in sichere, festverzinsliche Produkte liegen infolge der Niedrigzinspolitik der EZB deutlich unter der Inflationsrate. Dadurch ist die reale Verzinsung negativ - die Sparer verlieren Geld. Foto: Jens Wolf
dpa

Das berichtete der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) am Dienstag auf Grundlage einer jährlich durchgeführten Umfrage von TNS-Infratest. Im laufenden Jahr erreichen die Sparer in Deutschland demnach ihre selbst gesteckten Sparziele nur zu durchschnittlich 64 Prozent, nach 71 Prozent im Vorjahr.

Im Schnitt halten die Bundesbürger es demnach für erforderlich, monatlich 287 Euro auf die hohe Kante zu legen, um sich ihre Wünsche erfüllen zu können. Den tatsächlichen Sparbetrag beziffern sie hingegen auf 185 Euro. Damit sei 2013 die Sparlücke der Bundesbürger - also die Differenz zwischen dem als erforderlich angesehenen Betrag und dem tatsächlichen Ersparten - deutlich von 69 Euro im Vorjahr auf 102 Euro gestiegen.

«Als Folge des niedrigen Zinsniveaus sparen die Bürger weniger. Die Anreize zum langfristig ausgerichteten Vorsorgesparen sind momentan zu schwach», sagte BVR-Vorstand Andreas Martin. Das könne zu ernsthaften Belastungen bei der privaten Altersvorsorge führen.

Die Zinsen für Anlagen in sichere, festverzinsliche Produkte wie Termingelder, Spareinlagen oder auch Bundesanleihen liegen infolge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich unter der Inflationsrate. Dadurch ist die reale Verzinsung, das heißt Zinsen minus Inflation, negativ - die Sparer verlieren Geld.

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