10. Mai 2012

Telekom-Gewinn halbiert

Bonn (dpa) - Mit einem starken Gewinnrückgang ist die Deutsche Telekom ins Geschäftsjahr 2012 gestartet. Das Nettoergebnis halbierte sich im ersten Quartal auf 240 Millionen Euro.

Telekom-Chef
Telekom-Konzernchef René Obermann zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden. Foto: Oliver Berg
dpa

Konzernchef René Obermann begründete den Einbruch am Donnerstag vor allem mit hohen Sonderaufwendungen für Vorruhestandsregelungen und Abfindungen. Im Vorjahr hatte die Telekom die Rückstellungen für den Stellenabbau erst im zweiten Quartal in die Bilanz genommen. Der Konzernumsatz schrumpfte in den ersten drei Monaten des Jahres um 1 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro.

Obermann zeigte sich dennoch zufrieden: «Wir haben in vielen Bereichen wichtige Fortschritte erzielt.» Die Geschäfte in Deutschland und Europa laufen wieder besser. Hier bremste die Telekom die im vergangenen Jahr zum Teil stark rückläufigen Entwicklungen. An der Börse war die T-Aktie bei einem insgesamt schwachen Börsenumfeld mit einem Plus von mehr als 3 Prozent auf 8,82 Euro der klare Tagesgewinner im Dax.

Im Inland habe das Unternehmen seinen Anteil am Markt für schnelle Internetanschlüsse trotz der Konkurrenz durch die Kabelnetzbetreiber bei rund 45 Prozent gehalten. Zugleich habe sich das Kundenwachstum beim TV-Produkt Entertain fortgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt hatte die Telekom Ende März 1,7 Millionen Kunden bei Entertain unter Vertrag.

Darüber hinaus reduzierte das Unternehmen seine Anschlussverluste im Festnetz, und zwar um fast ein Viertel auf 260 000. Am Ende des Quartals hatten gut 23 Millionen Kunden ihren Festnetzanschluss noch bei der Telekom, vor fünf Jahren waren es fast 31 Millionen.

Sorgen bereitet dem Konzernchef der Mobilfunk in Deutschland. Zwar sei das Wachstum im mobilen Datengeschäft nach wie vor ungebrochen - im ersten Quartal ein Plus von 20 Prozent - aber die Serviceumsätze in der gesamten Sparte schrumpften um 1,8 Prozent. Die Schwächen will das Unternehmen nun durch eine intelligentere Vermarktung seiner mobilen Breitbanddienste ausgleichen.

Unterdessen ist die lange Zeit schwächelnde US-Tochter T-Mobile überraschend gut ins neue Geschäftsjahr gestartet. Der viertgrößte Mobilfunker des Landes (33,4 Mio Kunden) verzeichnete wieder einen Umsatzzuwachs und ein besseres operatives Ergebnis. Außerdem sei der Rückgang der Vertragskunden verlangsamt worden.

Keine Aussagen wollte Obermann zu Medienberichten machen, dass T-Mobile USA angeblich mit dem US-Mobilfunker MetroPCS in eine Partnerschaft eingebracht werden soll. Spekuliert wurde auch über einen Börsengang und den erneuten Versuch, die Firma komplett zu verkaufen. Im vergangenen Dezember war die Telekom endgültig mit ihrem Versuch gescheitert, T-Mobile an den Branchenriesen AT&T zu veräußern.

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