04. Oktober 2012

UN-Ernährungsorganisation: Lebensmittelpreise steigen

Rom (dpa) - Die Lage auf dem globalen Lebensmittelmarkt bleibt angespannt. Die Preise stiegen nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) im September erneut. Sorge gibt es besonders auch über die Lage in Syrien.

Lebensmittelpreise steigen
Weltweit sind die Preise für Lebensmittel erneut gestiegen. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv
dpa

Im September erhöhte sich der Preisindex der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) um drei auf 216 Punkte gegenüber dem Vormonat, das waren 1,4 Prozent mehr. Der Anstieg spiegele vor allem die höheren Preise bei Milch-und Fleischprodukten sowie bei Getreide wider, teilte die FAO in Rom mit. Die Preise für Zucker und Öle seien gefallen. Im August hatte der Index stagniert, im Juli war er jedoch wegen der Wetterbedingungen in den USA stark in die Höhe geschnellt. Die FAO Index liegt nun 22 Punkte unter seinem Höchststand von 238 Punkten im Februar 2011 und 9 Punkte unter dem Niveau von 225 Punkten im September 2011.

Angesichts der Unruhen sei die Ernährungssicherheit in Syrien und im Jemen ein wichtiges Thema. In Syrien sei die Zahl der Menschen, die Nahrungsmittelhilfe benötigten, auf 1,5 Millionen gestiegen. Bis Ende des Jahres könne sie sich verdoppeln, wenn sich die Situation nicht verbessere. Im Jemen litten schätzungsweise zehn Millionen Menschen Not, fast die Hälfte der Bevölkerung.

Wegen der Dürre vor allem in den USA waren weitere Preisanstiege befürchtet worden. Die Prognose für die weltweite Getreideproduktion 2012 wurde nach unten korrigiert, von 2295 Millionen auf 2286 Millionen Tonnen. Damit würde sie um 2,6 Prozent unter dem Niveau der Rekordernte vom Vorjahr liegen. Der Rückgang umfasse eine 5,2-prozentige Reduktion beim Weizen und 2,3 Prozent bei anderem Getreide. Dies werde voraussichtlich zu einer Reduzierung der Getreidevorräte im Jahr 2013 führen, auch wenn die Nachfrage als Folge der hohen Preise nachlasse. Wissenschaftler unter Federführung der belgischen Universität Gent wollen unterdessen die Verluste bei frischen Lebensmitteln eindämmen. Laut FAO würden die Hälfte des Obstes und Gemüses in der EU nicht verbraucht, hieß es in der Mitteilung zu dem Projekt «Veg-i-Trade». Allein 20 Prozent würden durch Insekten, Schäden bei der Ernte oder bei der Verarbeitung vernichtet. Weitere Waren gingen bei der Lagerung verloren, würden im Handel aussortiert oder von den Verbraucher weggeworfen, obwohl sie noch essbar seien. Nun wollen die Wissenschaftler Modelle entwickeln, um Planung und Logistik zu verbessern, die Packungsgrößen anzupassen und die Lagerbedingungen zu optimieren. Auch für die Verbraucher gebe es Tipps, nicht mehr ganz frische Waren zu verarbeiten, etwa zu Suppe oder Marmelade.

FAO-Mitteilung

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