21. März 2014

US-Großbanken schlagen sich wacker in Krisenszenario

Washington (dpa) - Die großen US-Geldhäuser würden eine neuerliche Finanz- und Wirtschaftskrise nach Ansicht der Notenbank Fed gut überstehen.

Finanzwelt USA
Die US-Großbanken wären für eine neuerliche Wirtschaftskrise gewappnet. Foto: Andrew Gombert
dpa

Die Institute hätten ihre Kapitalsituation weiter verbessert, erklärte die Fed am späten Donnerstag (Ortszeit). Sie hatte die 30 wichtigsten Geldhäuser des Landes ihrem jährlichen Stresstest unterzogen. Lediglich ein regionales Kreditinstitut aus Utah fiel durch.

Auch die Ratingagentur Fitch bescheinigte den US-Großbanken nach einer Auswertung der Stresstest-Ergebnisse am Freitag eine «weitgehende Widerstandsfähigkeit».

Die Finanzfirmen stünden durchweg besser da als noch vor fünf Jahren, urteilte die Fed. Damals musste die US-Regierung Branchenriesen wie die Citigroup oder die Bank of America mit Abermilliarden vor dem Umkippen bewahren.

Inzwischen verdienen die großen US-Banken wieder blendend. Dabei hatten Politiker und Finanzaufseher nach den Erfahrungen der Jahre 2008 und 2009 die Regeln verschärft. So müssen Banken heute ein üppigeres Kapitalpolster für schlechte Zeiten vorhalten und dürfen so manches riskante Geschäft nicht mehr eingehen.

Um zu überprüfen, ob die Vorgaben für eine neue Krise ausreichend wären, führt die Fed seit 2009 einmal im Jahr einen Stresstest durch.

Dabei wird ein wahres Schreckensszenario durchgespielt: In einer schweren Rezession steigt die Arbeitslosigkeit rapide, der Aktienmarkt bricht um die Hälfte ein und die Häuserpreise stürzen auf das Niveau von 2001 ab.

Die Fed errechnete, dass die 30 größten Finanzkonzerne des Landes in einem solchen Fall über einen Zeitraum von gut zwei Jahren Verluste von 501 Milliarden Dollar wegstecken müssten; der Großteil davon würde im Kreditgeschäft anfallen. Ausbleibende Raten von Eigenheimbesitzern waren auch in der realen Finanzkrise das größte Problem für die Branche.

Lediglich bei einer Bank schrumpfte das Kapitalpolster in diesem Planspiel bedenklich: bei der Zions Bancorporation aus Salt Lake City, einem 10 000 Mitarbeiter starken Regionalinstitut. Auf der Fed-Liste der größten US-Finanzkonzerne steht Zions auf Rang 38.

Auch im vergangenen Jahr hatte eine Finanzfirma den Test nicht bestanden: der Haus- und Autofinanzierer Ally Financial. Davor waren gleich vier Banken durchgefallen. Die Verbesserung gelang, obwohl dieses Mal das Feld der getesten Bank um zwölf gewachsen war.

Der Stresstest ist keine bloße Theorie, er hat ganz praktische Auswirkungen: Die Fed bestimmt auf Basis der Ergebnisse, wie stark die einzelnen Institute ihre Kapitalreserven antasten dürfen, um Dividenden auszuzahlen oder Aktien zurückzukaufen.

Diese Daten werden aber erst am kommenden Mittwoch (26. März) veröffentlicht. Die Aktien vieler Institute wie JPMorgan Chase oder Citigroup stiegen am Freitag bereits in Erwartung eines Geldsegens.

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