24. April 2012

VW-Affäre: Prozess gegen frühere Volkert-Geliebte

Wolfsburg (dpa) - Der VW-Untreueprozess gegen die ehemalige Geliebte von Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert ist am Dienstag im Wolfsburger Amtsgericht fortgesetzt worden.

Volkert
Ist selbst war in der VW-Affäre zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden: Ex-VW-Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert. Foto: Reiner Jensen/Archiv
dpa

Für die Sitzung ist auch Volkert geladen, der am späten Vormittag (11.30) vernommen werden soll. In dem Verfahren geht es darum, ob die aus Brasilien stammende Adriana Barros wusste, dass ihr die Millionen nicht zustanden, die Volkswagen ihr im Zuge der VW-Affäre überwiesen hatte.

Der heute 47 Jahre alten Frau wird Beihilfe zur Untreue in 26 Fällen vorgeworfen. Sie habe rund 250 000 Euro einkassiert, ohne dass sie Leistungen dafür erbrachte, wirft die Anklage ihr vor. Außerdem seien weitere privat veranlasste Reise- und Hotelkosten zu Lasten von VW abgerechnet worden.

Bisher hat die Brasilianerin alle Vorwürfe bestritten. Sie sei davon ausgegangen, dass Volkert und nicht VW die Rechnungen bezahlt habe, argumentierte sie. Die beiden waren sieben Jahre lang ein Paar. Barros war regelmäßig zu verschiedenen Orten rund um die Welt geflogen, um Volkert zu treffen, der dort als Weltkonzernbetriebsrat Sitzungen hatte. Der mächtige Ex-Betriebsratschef hatte ihr auch einen Vertrag zugeschanzt, aus dem ihr vierteljährlich hohe Zahlungen zuflossen. Sie habe dafür Filme für VW gedreht und unter anderem soziale Projekte des Autobauers dokumentiert, sagte sie vor Gericht aus.

Das Verhältnis endete, als die VW-Affäre um Schmiergeld und falsche Spesenabrechnungen, Lustreisen und Partys auf Firmenkosten im Frühsommer 2005 aufflog. Volkert war der einzige von 14 Beschuldigten in dem Skandal, der ins Gefängnis musste. Etwa ein Jahr und neun Monate nach Antritt seiner Strafe kam er Anfang September vergangenen Jahres wieder frei.

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