17. April 2014

Verkehrsexperte: Flughafen BER wohl noch später fertig

Berlin (dpa) - Für den unvollendeten Hauptstadtflughafen ist jetzt sogar ein Eröffnungstermin nach dem Jahr 2017 im Gespräch.

Hartmut Mehdorn
Flughafenchef Hartmut Mehdorn will erst am Jahresende einen verbindlichen Termin nennen. Foto: Ralf Hirschberger
dpa

Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert (SPD), sagte der Zeitung «Die Welt»: «Ich persönlich würde nichts darauf verwetten, dass der Flughafen vor 2017 in Betrieb geht.

Alle Hinweise, die ich habe, deuten eher darauf hin, dass es noch später wird.» Näher erläuterte er das allerdings nicht. Ein Sprecher des Betreibers sagte dazu: «Nein, das entspricht nicht dem Sachstand der Flughafengesellschaft.»

Der Airport in Schönefeld am Rande Berlins sollte im Oktober 2011 in Betrieb gehen. Vor allem weil die komplexe Brandschutzanlage bis heute nicht läuft, gelang das nicht. Seit der vierten Terminabsage im Januar 2013 hat der Flughafen kein neues Datum mehr genannt.

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte noch im Januar das Jahr 2015 als Zieldatum genannt, aber wenig später auch 2016 nicht ausgeschlossen, wenn für den Einbau von Schallschutz mehr Zeit gebraucht werde. Der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg sind Eigentümer des Airports.

Die Fraktionschefin der Grünen im Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, kritisierte: «Die Frage des BER-Eröffnungstermins gerät immer mehr zur Bieterschlacht.» Genaues wisse man aber nicht. «Mehdorn und der Aufsichtsrat müssen endlich solchen Spekulationen ein Ende machen und einen konkreten Zeit- und Kostenplan vorlegen», forderte sie.

BER ist das Kürzel für den künftigen Hauptstadtflughafen, der Tegel und den alten Schönefelder Flughafen ersetzen soll. Nach jüngsten Vorstellungen Mehdorns soll aber auch Alt-Schönefeld offen bleiben, um der steigenden Passagierzahl in Berlin gewachsen zu sein.

Für zusätzliche Planungsaufgaben, mit denen bisherige Planungs- und Baumängel im Terminal beseitigt werden sollen, sucht der Flughafen zurzeit einen Generalplaner.

Dabei geht es um ein Auftragsvolumen von insgesamt rund 30 Millionen Euro für Architekten- und Ingenieurleistungen, wie die Flughafengesellschaft bestätigte. Der «Tagesspiegel» und die «Bild»-Zeitung (Donnerstag) hatten darüber berichtet.

Für alle technischen Fragen seien Konzepte erarbeitet, erläuterte der Flughafensprecher. Die darauffolgenden Planungsarbeiten seien europaweit ausgeschrieben worden. Bis die Ausschreibung abgeschlossen sei, könne aber auf der Baustelle weitergearbeitet werden. Denn die dafür benötigten Aufträge seien bereits vergeben.

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