15. Juni 2012

Wieder Warnstreik bei Neckermann

Frankfurt/Main (dpa) - Bereits zum zweiten Mal sind beim Versandhändler Neckermann die Beschäftigten in einen ganztägigen Warnstreik getreten. Am Freitag stand in Frankfurt erneut der Teilbetrieb Zentrallager des angeschlagenen Handelshauses still, wie Betriebsratschef Thomas Schmidt berichtete.

Neckermann-Versand
Neckermann will künftig als reiner Online-Versender mit den Schwerpunkten Technik und Möbel agieren. Foto: Frank Rumpenhorst
dpa

Rund 400 Arbeiter hatten ihre Schicht nicht angetreten, um die Geschäftsleitung zu einem Angebot bei den Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi zu zwingen. Bereits am Montag hatten sich mehrere hundert Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen beteiligt.

Das vom US-Finanzinvestor Sun Capital beherrschte Unternehmen Neckermann will nach Plänen des Managements den Eigenhandel mit Textilien sowie das Frankfurter Zentrallager aufgeben und dafür bundesweit 1380 von gut 2400 Vollzeitstellen abbauen. Die Gewerkschaft hat ein Alternativkonzept vorgeschlagen, mit dem eine Vielzahl der Stellen erhalten werden sollte.

Parallel zu den Tarifverhandlungen haben bei der Gesellschaft Neckermann.de betriebsinterne Gespräche über einen Sozialplan begonnen. Unter dem Vorsitz eines Arbeitsrichters nahm eine Einigungsstelle ihre Arbeit auf, wie Schmidt berichtete. Ähnliches sei auch für die beiden anderen Gesellschaften geplant.

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