12. September 2013

Astronomen erstellen beste 3D-Karte vom Zentrum der Milchstraße

Garching (dpa) - Die zentrale Verdickung unserer Heimatgalaxie hat die Form einer Erdnuss. Das lässt sich aus der bislang besten dreidimensionalen Karte ihrer Zentralregion ablesen, wie die Europäische Südsternwarte Eso in Garching bei München mitteilte.

Milchstraße aus ungewohnter Perspektive
Eine künstlerische Darstellung zeigt, wie die Milchstraße von der Seite aussehen würde, also aus einer vollkommen anderen Perspektive als von der Erde aus gesehen. Foto: ESO/NASA/JPL-Caltech/M. Kornmesser/R. Hurt
dpa

Forscher hatten dazu das Zentrum der Milchstraße mit Infrarotteleskopen der Eso kartiert. Unsere Milchstraße ist eine spiralförmige Sternenscheibe mit einer zentralen Verdickung, englisch «Bulge». Das rund 27 000 Lichtjahre entfernte Zentrum unserer Galaxie ist schwer zu beobachten, weil von der Erde aus gesehen große Gas- und Staubwolken die Sicht versperren. Infrarotteleskope können durch diese Wolken jedoch hindurchblicken.

Aus den Daten des Vista-Teleskops der Eso in Chile haben Forscher um Christopher Wegg vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching nun die Entfernung zu rund 22 Millionen Sternen im Bulge bestimmt und daraus eine dreidimensionale Karte der zentralen Verdickung gewonnen.

«Wir haben festgestellt, dass die innere Region unserer Galaxie von der Seite wie eine Erdnuss eingehüllt in ihre Schale aussieht, von oben dagegen wie ein langgezogener Balken», berichtet MPE-Arbeitsgruppenleiter Ortwin Gerhard in der Eso-Mitteilung. Astronomen gehen davon aus, dass die Milchstraße ursprünglich eine flache Scheibe war, durch deren Zentrum sich im Laufe der Zeit ein Balken aus Sternen gebildet hat. Dieser Balken hat sich verdickt und ist so zu der Erdnussform angewachsen.

Eso-Mitteilung, deutsch

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