22. September 2014

Becherkoralle ist Pilz des Jahres

Roggenburg (dpa) - Die Becherkoralle ist der Pilz des Jahres 2015. Das gaben Pilzkundler der Deutschen Gesellschaft für Mykologie in einem Wald bei Roggenburg (Bayern) bekannt. Der Pilz wächst auf abgestorbenen Bäumen.

Becherkoralle
Die Becherkoralle ist der Pilz des Jahres 2015. Foto: Matthias Theiß/Deutsche Gesellschaft für Mykologie/Archiv
dpa

Die zunehmende Nutzung von Totholz aus den Wäldern unter anderem zum Heizen schone zwar die Vorräte an fossilen Brennstoffen, reduziere aber den Lebensraum für viele Organismen. Um auf dieses Dilemma hinzuweisen, habe die DGfM die Becherkoralle mit dem wissenschaftlichen Namen Artomyces pyxidatus zum Pilz des Jahres gewählt.

Derzeit gebe es in diversen Wäldern noch so viel Totholz, dass sich die Becherkoralle in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren vor allem auf Kiefernholz in der norddeutschen Tiefebene ausgebreitet habe. Der Mehrbedarf an Holz und «aufgeräumte» Wälder könnten aber zur biologischen Verarmung der Wälder führen. «Verlierer einer derartigen Entwicklung sind Tausende von Organismen, die auf totes Holz als Lebensraum angewiesen sind.»

Die Becherkoralle sei im Moment noch keine vom Aussterben bedrohte Art, hieß es. Sie sei wärmeliebend, deshalb komme ihr der Klimawandel zugute. Andere auf Totholz lebenden Pilze wie der Eichenzungenporling seien vom Aussterben bedroht. Die DGfM lobte die Herausnahme von Waldflächen aus der Bewirtschaftung und die Ausweisung von Altholzinseln als erste Schritte in die richtige Richtung.

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