11. April 2012

Riesen-Silberfisch in Portugal entdeckt

Lissabon (dpa) - Im Süden Portugals haben Forscher einen Riesen-Silberfisch entdeckt. Bei dem etwa drei Zentimeter langen Tier handele es sich um «das größte unter der Erde lebende Insekt Europas», berichtete die zuständige Universität von Aveiro.

Riesen-Silberfisch in Portugal entdeckt
Mit Fühlern kommt dieser Silberfisch auf etwa zehn Zentimeter Länge. Die bislang unbekannten pigmentlosen Insekten wurden von von einer Biologin in vier Höhlen in der Touristenregion Algarve entdeckt. Foto: Uni Aveiro
dpa

Wenn man die langen Fühler am Kopf und am Hinterleibsende hinzurechne, komme das Urtierchen auf stolze zehn Zentimeter, hieß es. Die zu den flügellosen Insekten zählenden Silberfischchen, die häufig in Küchen und Badezimmern zu finden sind, werden lediglich sieben bis zehn Millimeter lang.

Die bislang unbekannten pigmentlosen Riesen-Silberfische wurden von der Biologin Ana Sofia Reboleira in vier Höhlen in der Touristenregion Algarve entdeckt und gehören den Angaben zufolge einer völlig neuen Art und Gattung an. Die Insekten, die den wissenschaftlichen Namen Squamatinia algharbica tragen, kommen nie ans Tageslicht und haben deshalb auch keine Augen. «Außerhalb der Höhlen können sie nicht überleben», sagte Reboleira. Die Biologin bezeichnet die Tiere als «biogeographisches Relikt», die «oberhalb der Erdoberfläche keine Familienangehörigen mehr haben».

«Sie haben irgendwann einmal unter der Erde Zuflucht gesucht und so mehrere Klimaepochen überlebt», fügt die 31-jährige Forscherin erklärend an. Die «herkömmlichen» Silberfischchen ernähren sich vor allem von Mehl und Zucker, fressen aber auch Stoff und Papier. Wovon sich die nun entdeckte Tierart ernähre, wisse man noch nicht, aber im Mageninhalt seien Pflanzenzellen gefunden worden, verriet die Forscherin. Da es unterhalb der Erde aber kein Licht und demzufolge auch keine Photosynthese gebe, hätten diese Tiere sicher nur sehr wenig Nahrung zur Verfügung. Man könne deshalb davon ausgehen, so Reboleira, dass die Tierpopulation sehr klein sein müsse.

Mitteilung der Universität Aveiro

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