23. Juni 2014

Roboter ergründen Geheimnisse der Meere

Kopenhagen (dpa) - Trotz des Einsatzes moderner Roboter sind die Weltmeere nach Einschätzung von Wissenschaftlern dramatisch untererforscht.

«Wir haben weder genug Vorhersehbarkeit noch die mathematischen Werkzeuge», sagte Kanna Rajan vom kalifornischen Monterey Bay Aquarium Research Institute. Ziel ist es, ein umfassendes Bild vom Zustand der Ozeane zu bekommen. Doch die Forschung ist nicht nur teuer, sondern auch schwierig - und für Menschen bisweilen sehr gefährlich.

Mit Robotern, die zwischen zwei und drei Monaten unter Wasser blieben und regelmäßig Daten lieferten, könnten die Wissenschaftler jetzt «wenigstens Teile verstehen», sagte Rajan. Die Forscher wollen mehr solcher Geräte, die via Satellit alle sechs Stunden Daten senden und mehr als 2000 Kilometer zurücklegen können, in den Meeren auf Reisen schicken. «Der Traum ist es, Scharen von Glidern zu haben, die sich herumbewegen und die Ozeane abtasten», sagte der Ozeanograph Joaquin Tintore. «Wenn es sehr stark stürmt, geht jeder zurück an Land, aber die Glider sind noch da.»

Beim ESOF stellen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen in 120 Veranstaltungen ihre Forschungen vor und diskutieren Perspektiven und Probleme. Dabei geht es auch darum, wie sich Forschung Politikern, Medien und Bürgern näher bringen lässt.

Vielen Menschen sei nicht klar, wie wichtig das Wissen über die Weltmeere sei, so die Forscher. «Die Leute interessieren sich für Fußball», sagte der Edinburgher Professor David Lane. «Es macht für sie einen Unterschied, ob ihr Team gewinnt oder verliert, aber sie verstehen nicht wirklich, wieso der Ozean wichtig ist.» Erst Tragödien wie die Ölpest im Golf von Mexiko nach der Explosion der Bohrplattform «Deepwater Horizon» riefen das der Öffentlichkeit wieder ins Bewusstsein, sagte die estnische Forscherin Maarja Kruusmaa.

ESOF

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