15. Mai 2015

Schlafstörungen haben sich zur Volkskrankheit entwickelt

Leipzig (dpa) - Schlafstörungen haben sich nach Einschätzung von Medizinern zu einer Volkskrankheit entwickelt.

Schlaflabor
Im Schlaflabor der Robert-Koch-Klinik wird eine Patientin mit Schlafstörungen für Tests vorbereitet. Foto: Waltraud Grubitzsch/Archiv
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«Wir schätzen, dass zwischen 5,7 und 6 Prozent der Bevölkerung an behandlungsbedürftigen Ein- und Durchschlafstörungen leiden», sagte Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). «Vergleicht man das mit Diabetes, an der etwa 2 Prozent der Bevölkerung erkrankt sind, dann kann man durchaus von einer Volkskrankheit sprechen.»

Es gebe wissenschaftliche Hinweise, dass heute weniger geschlafen werde als vor Jahrzehnten. Die Folgen seien gravierend: Konzentrationsstörungen und Leistungsschwäche tagsüber sowie ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Erkrankungen wie Depressionen und eine Schwächung des Immunsystems. Patienten mit Schlafstörungen können in bundesweit rund 310 von der DGSM zertifizierten Schlaflaboren behandelt werden.

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