18. Dezember 2013

Weihnachtssterne: Schütteln soll Chemie-Einsatz ersetzen

Berlin (dpa) - Geschüttelt, nicht besprüht: Berliner Wissenschaftler rütteln Weihnachtssterne für die Forschung ordentlich durch. Damit wollen Heiner Grüneberg und seine Kollegen von der Humboldt-Universität versuchen, den Einsatz einer Chemikalie zu vermeiden.

Weihnachtsstern
In seinem Ursprungsgebiet Mittelamerika ist der Weihnachtsstern ein bis zu vier Meter hoher Strauch. Hierzulande ist er als kleine Topfpflanze mit farbenprächtigen Hochblättern bekannt. Foto: Angelika Warmuth/Archiv
dpa

Die Pflanzen könnten in der Natur bis zu vier Meter hoch werden, hieß es in einer Mitteilung der Uni. Um die Weihnachtssterne in einer wohnzimmergerechten Größe zu halten, werden sie normalerweise mit einer Lösung (Cycocel 720) besprüht. Diesen Chemie-Einsatz wollen die Forscher durch Schütteln ersetzen.

«Wir geben den Pflanzen einen mechanischen Reiz und hemmen so ihr Wachstum», wird Grüneberg vom Lehr- und Forschungsgebiet Gärtnerische Pflanzsysteme in der Mitteilung zitiert. Er und sein Team stellen die Weihnachtssterne (Euphorbia pulcherrima) auf Rütteltische, ein Vibrationsmotor schaltet sich zweimal in der Stunde an. Darauf reagieren die Pflanzen dem Experten zufolge empfindlich und «ducken sich». Anstatt in die Höhe zu wachsen, würden sie kompakter. Ob und wann die Schüttel-Technik marktfähig und die Chemie ersetzen werde, sei aber völlig unklar, hieß es.

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