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Irland die grüne Insel

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Ach, ist das schön...

125 LKZ-Leser erleben vom 2. bis 9. Mai irisch-fröhliche Lebensart und viel Natur

Fáilte – Willkommen – und Sláinte – Prost! Die 125 Schwaben sind noch keine zwei Stunden auf der Insel und schon steht die Besichtigung von Kilbeggan, einer alten Whiskeybrennerei an. Sláinte wird auf Irisch bzw. Gälisch mit dem zwischen a und o changierenden Vokal å ausgesprochen, also Slåntsche, und Fáilte klingt wie Fåltsche. Die fast ausgestorbene irische Sprache ist heute in irischen Schulen Pflichtfach. Deren Aussprache unterscheidet sich von ihrer Schreibweise aber erheblich. So kennen Iren Dún Laoghaire, eine Hafenstadt südlich von Dublin, nur als Dan-Liri.

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Bildergalerie Irland - die grüne Insel

Über Jahrhunderte litten die Iren unter fremden Eroberern. Zunächst Wikinger, dann Anglo-Normannen und später vor allem Engländer vertrieben sie in die unwirtlichsten Gebiete der Insel. Der schweren Hungersnot von 1845-49 fielen über eine Million Menschen zum Opfer, eine weitere Million wanderte aus, vornehmlich nach Amerika. Von diesem Bevölkerungsschwund hat sich die Insel bis heute nicht erholt.

Irland war noch bis ins 19. Jahrhundert dicht bewaldet. Kaum zu glauben, betrachtet man die liebliche Hügellandschaft in der Mitte und im Süden heute, oder die schroffen, nur mit Heidekraut und leuchtendem gelben Stechginster bewachsenen Berge in Connemara, Cork und Kerry oder die Wicklow Mountains südlich von Dublin.

Aber grün präsentiert sich die Insel in der Tat. Sie ist Weideland für mehr als eine Million Kühe und sechs Millionen Schafe, während hier keine fünf Millionen Menschen leben, davon ein Drittel allein im Großraum Dublin. Auch die Ludwigsburger erleben die Insel von ihrer grünen Seite. Von zwei trüben Tagen abgesehen, herrscht ein freundlicher Sonne-Wolken-Kurzregen-Mix vor, bei dem wie weiland Loriot so mancher ins Schwärmen verfällt: Ach ist das schön, ach ist der Rasen schön grün …

Am Abend gehen die Iren gerne aus. Nicht nur am Wochenende. Ganz gleich welchen Alters oder Geschlechts. So wird der Pub um die Ecke zum zweiten Wohnzimmer. Eigentlich heißt es das Pub, the public house, das öffentliche Haus. Mittlerweile akzeptiert der Duden aber auch der Pub.

Fast mit Unverständnis reagieren die Schwaben auf diese irische Lebensfreude: Donnerstagabend in Killarney, eine Kleinstadt im County Kerry. Zehntausend Einwohner. Davon mindestens tausend auf den Straßen und in den zahlreichen Pubs, in denen vielfach live Musik gespielt wird. Und immer wieder sind es dieselben Lieder. Trinklieder und Balladen, die Texte oft geprägt von englischer Unterdrückung, Auswandererschmerz, Armut, manchmal auch nur von Liebe.

Warum der Pub so beliebt ist? Wie in Großbritannien sucht man in Irland Getränkemärkte vergebens. Hinzu kommt, dass Alkohol im Ladenverkauf hoch besteuert wird, das Bier im Pub somit „nur“ das Doppelte kostet wie zu Hause, und nicht vier- bis fünfmal so viel wie bei uns üblich.

Eigentlich gibt es nur wenige Gemeinsamkeiten zwischen Schwaben und Iren. Die Schwaben, zumindest die Ludwigsburger, gehen, wie erlebt, ungern in den Pub, die Iren mögen keine Nudeln. Die Iren sprechen gerne mit jedem, die Schwaben eher nicht. Bernhard vom Veranstalter Monidial Tours nimmt es gelassen, ebenso die drei Reiseleiter Eberhard, Kurt und Fernando, ein Berliner, ein Norweger und ein Schweizer, die seit Jahren in Irland leben: „Man kann die Leute nicht zwingen!“ Erst beim Abschlussabend in Johnnie Fox’s Pub, wo auch schon Obama und Clinton zu Gast waren, taut der eine oder andere auf. Zu spät. Schade. Sláinte!

 

LKZ-Leserreisen

 

Mit der Ludwigsburger Kreiszeitung durch die große, weite Welt

 

Vom 17. bis 21. September entdecken LKZ-Reisefreunde das herrliche Südtirol und werden dort an einem Nachmittag den populärsten Bergsteiger aller Zeiten treffen: Reinhold Messner. Nähere Informationen gibt es von der Reiseabteilung der LKZ. In der letzten Juniwoche 2017 geht es per Bus an die Ostsee. Die Windjammerparade der Kieler Woche erleben wir selbst auf einem Großsegler, die Störtebeker-Festspiele live auf Rügen. Mitte November kommenden Jahres führt die LKZ-Fernreise nach Brasilien und Argentinien. Der Film zur Irlandreise wird Mitte September im Scala uraufgeführt.