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Rom

Zeitreise ins alte Rom

Leser erleben Geschichte und Geschichten in der Ewigen StadtUdo Jansen

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Rom. 7-5-3 (v. Chr.) – Rom schlüpft aus dem Ei, besagt die Legende zur Gründung der größten Stadt der Antike, auch wenn auf ihren sieben Hügeln ältere Siedlungspuren nachgewiesen wurden. Dennoch, was hier in den nachfolgenden tausend Jahren entstand, eine pulsierende Metropole mit bis zu 1,2 Millionen Einwohnern bereits um die Zeitenwende, lässt auch heute noch Besucher in Ehrfurcht erstarren, sofern sie die nötige Fantasie aufzubringen wissen.

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Leserreisen - Rom

Denn für viele sind Forum Romanum, Kolosseum oder Caracalla-Thermen zwar beeindruckende Ruinen, aber eben doch nur Ruinen, Trümmer, ein Haufen Steine ohne Glanz und Gloria. Dabei strahlten sie in der Antike in glänzendem Weiß feinsten Carrara-Marmors oder hellem, geschliffenen Travertin, die Säulen samt Kapitellen und Statuen dagegen bunt bemalt.

Kaum vorstellbar, aber selbst die heute buckligen Pflaster der Römerstraßen bildeten vor zweitausend Jahren eine topfebene, fast fugenlos gearbeitete Oberfläche für Mensch und Wagen.

Wo ist die ganze Pracht geblieben? Zunächst zerstörten germanische Eroberer ab dem 6. Jahrhundert die Stadt mehrfach. In den darauf folgenden Jahrhunderten, vermehrt ab der Renaissance, wurden dann sogenannte Spolien, antike Mauersteine und Fassadenreste für neue Gebäude wiederverwendet, so auch für den Petersdom mit seinen Kolonnaden.

Nicht nur Archäologen wissen: Mindestens dreißig Zentimeter hoch sammeln sich Schutt, Erde und Staub, egal wo, in hundert Jahren an. Macht in zweitausend Jahren mehr als sechs Meter. Goethe erlebte das Forum Romanum noch ohne die heute zu bestaunenden Säulen, da diese umgestürzt im Schutt vergraben lagen, aus dem nur die oberen Teile verschiedener Triumphbögen herausragten.

Die Teilnehmer der Rom-Leserreise erleben indes die Ewige Stadt wie wenige andere Besucher. So auch bei der erst seit 2017 möglichen Besichtigung der Domus Aurea, der als Goldenes Haus bezeichnete, reich mit Fresken ausgestattete Palast des Kaisers Nero. Mit Bauhelmen ausgestattet geht es in die Unterwelt Roms, um einen Teil der bereits in der Antike zugeschütteten 100 Hektar großen Anlage zu entdecken. Die Dimensionen lassen das Ludwigsburger Residenzschloss wie ein Ferienhaus erscheinen.

Im einst bis zu achtzigtausend Zuschauer fassenden Rund des Kolosseums erfahren die Ludwigsburger, dass das Flavische Amphitheater im Jahr 80 n. Chr. nach nur sieben Jahren Bauzeit fertiggestellt wurde. Die heute noch gebräuchliche Bezeichnung des kolossalen Bauwerks leitet sich übrigens von einer davor errichteten, 35 Meter hohen Kolossalstatue von Kaiser Nero ab.

Die Arena, in der während der Christenverfolgungen Tausende von Menschen wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen wurden, war aber weder das Kolosseum noch der mehr als zweihunderttausend Zuschauer fassende, heute noch zu bestaunende Circus Maximus. Sie erlitten ihr Schicksal in einer Arena, auf dessen Grund heute die größte christliche Kirche der Welt steht: Der Petersdom.

Neben der auf dem Petersplatz zelebrierten Papstaudienz – öffentlich verlesen wurde auch die Pilgergruppe aus Ludwigsburg – erleben die „Pilger“ den Höhepunkt ihrer Romreise aber während einer abendlichen Führung durch die Vatikanischen Museen, einschließlich der Stanzen (Räume) des Raffael. Während sich tagsüber bis zu 30 000 Besucher durch die Gänge des Museums und die Sixtinische Kapelle schieben, bestaunen die Leserreisenden Michelangelos Meisterwerk exklusiv, in völliger Ruhe und allein. Was für ein Erlebnis!

Nicht zu vergessen das Dolce Vita, das süße Leben, in Form typisch italienischer, mehrgängiger Gerichte, die den Ludwigsburgern allenthalben aufgetischt werden.

Veranstalter Hermann Waidmann, der selbst fast zwanzig Jahre in Rom lebte, sieht das einfach und pragmatisch: Die Leute müssen zufrieden sein mit dem, was sie erleben, essen und trinken. Nur so kommen sie wieder zur nächsten LKZ-Reise. Wie wahr!

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