Wer schafft den kleinsten Fußabdruck?
Energiehelden
Ludwigsburg | 25. Januar 2018

Energiehelden erhalten Tipps für mehr Effizienz

Im Juni steht fest, wer bei dem Wettbewerb der Stadt Ludwigsburg am erfolgreichsten Ressourcen gespart hat – Experten sehen vor allem in der Küche Potenzial

„Es sind alle noch mit großem Eifer dabei“, freut sich Anna Hoeffler. Die Projektleiterin von „Nachhaltigkeit barockt“ schätzt das Stehvermögen der Energiehelden. Die sind angetreten, sparsamer mit Strom, Heizung, Kraftstoff, Wasser und Müll umzugehen. Seit drei Monaten schon sind zehn Ludwigsburger Haushalte im Rennen um den Titel. Singles, Alleinerziehende, kinderlose Paare, mehrköpfige Familien und eine Studenten-WG. Sieger wird, wer sein Öko-Verhalten in insgesamt acht Monaten am meisten verbessert hat. Im Juni steht fest, wer die Nase vorne haben wird.

Information ist wichtig

Nur wer auch informiert ist, kann an seinem Verhalten etwas ändern und damit sparen. Das ist der Ansatz des Projekts, angestoßen vom städtischen Referat Nachhaltige Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit Lea, der Ludwigsburger Energieagentur. Sven Roth (Foto) hat in den letzten Wochen alle Teilnehmer daheim besucht und eine Bestandsaufnahme gemacht. Daraus leitete der Diplom-Ingenieur Maßnahmen ab, von denen jetzt alle profitieren können.
„Es wird immer wärmer auf der Erde“, führte Roth ein. Insbesondere Kohlendioxid sei Verursacher dieses Treibhauseffekts. Das entsteht bei allen Verbrennungsprozessen: Bei der Stromerzeugung, beim Heizen, beim Autofahren. Das wirkt sich dramatisch aufs Klima aus. Hochwasser und steigende Meeresspiegel, Ernteausfälle und Hungersnöte, sinkende Grundwasserpegel seien die Folgen.
Schließlich brauchen immer mehr Menschen auch immer mehr Energie. Die Ressourcen aber sind endlich. Der Stromhunger ist gigantisch. Alleine in Deutschland wurden 2015 rund 600 Millionen Megawatt-Stunden verbraucht.

Helle Böden und helle Wände

Es klinge banal, aber doch werde es oft vergessen: Wer als Letzter einen Raum verlässt, schaltet das Licht ab. Genauso wenn ausreichend Tageslicht über die Fenster hereinkommt. Bei einem Tausch sollten Energiesparlampen und -leuchten gekauft werden. Helle Böden und Wände reflektieren Licht besser, so Roth. Auch sollten Reflektoren und Abdeckungen regelmäßig gereinigt werden. Tageslichtsteuerungen und Bewegungsmelder macht in Kellern und bei der Außenbeleuchtung Sinn.
Es gebe Geräte, die ganz vom Netz genommen werden können und nicht dauernd Standby auf ihren Einsatz warten müssen. Paradebeispiel für Roth sind Fernseher und Stereoanlagen aber auch die elektrische Zahnbürste oder Ladegeräte. Denn alles, was an der Steckdose hängt, frisst Strom. Es ist nur scheinbar ausgeschaltet. Jährlich wird durch solche Leerlaufverluste in Deutschland so viel vergeudet, dass damit ganz Berlin versorgt werden könnte: Vier Milliarden Euro kostet das.
„Man sollte sich fragen, ob tatsächlich alle Geräte notwendig sind“, meint der Energieberater Roth. Braucht es zwei Kühlschränke oder reicht es aus, den einen besser zu organisieren. Beim Kauf sollte auf die Dimensionen geachtet werden. Tut’s auch ein schlanker Geschirrspüler, eine kleinere Gefriertruhe?
Vor allem in der Küche entdeckt Roth viel Potenzial. Beim Kochen und Backen, beim Abwaschen und Kühlen: Wasserkocher und Mikrowelle zum Aufwärmen statt Herdplatte nutzen, das richtige Kochgeschirr verwenden und immer den Deckel auf den Topf, der auch nur so weit befüllt wird, wie nötig. Das Programm der Geschirrspüler immer nach Verschmutzungsgrad wählen. Gleiches gilt für den Einsatz der Waschmaschine. Auch beim Wäschetrockner gilt: Steht der still, sollte der Stecker gezogen werden. Nur einige von vielen Beispielen. „Wer regelmäßig seinen Verbrauch erfasst, bekommt ein Gefühl dafür, was die persönlichen Standardwerte sind“, rät Roth. Abweichungen würden schneller festgestellt und könnten rascher behoben werden.

 


Die Ludwigsburger Energieagentur

 

Die Ludwigsburger Energieagentur (Lea) ist ein gemeinnütziger Verein, der 2006 gegründet wurde. Mitglieder sind der Landkreis Ludwigsburg und die Kommunen Ludwigsburg, Kornwestheim, Remseck, Freiberg, Asperg, Ilsfeld, Löchgau, Großbottwar sowie Tamm. Außerdem die Kreishandwerkerschaft Ludwigsburg, die Energieversorger Stadtwerke, EnBW und Süwag, verschiedene Institutionen wie Haus und Grund, Mieterbund oder die Solarinitiative Ludwigsburg, Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen. Die Lea wird durch die Stiftung „Natur- und Umweltschutz“ der Kreissparkasse Ludwigsburg unterstützt.
Die Aufgaben der Lea sind die Beratung von Hauseigentümern und Gewerbebetrieben sowie von Kommunen und Institutionen mit dem Ziel, Energie einzusparen, Energie effizient zu nutzen und erneuerbare Energien zu fördern. Schwerpunkte sind das Energiesparen im Alt- und Neubau. Auch Energiekonzepte für Gebäude, Quartiere oder Neubaugebiete werden von der Lea erstellt. Ebenso beteiligt sie sich an der Erarbeitung von Klimaschutzkonzepten.
Im Rahmen der Bauberatung Energie bietet die Lea eine unabhängige, ganzheitliche und kostenlose Erstberatung rund um den Themenbereich Energie und ­Bauen an. Die umfasst unter anderem Informationen über öffentliche Fördermittel oder die Modernisierungsumlage im Mietwohnungsbau. Daneben werden Energieberater vermittelt. Seit Ende 2015 kooperiert die Lea außerdem mit der Verbraucherzentrale. Dadurch sind Energiechecks für Gebäude und Heiztechnik durch die Lea möglich. Infos zu allen Beratungsangeboten unter www.lea-lb.de.

 

 

Smart Home: Teilnehmer erhalten Gratis-Technologie

 

Eine Basisausstattung von „Bosch smart home“ soll den Energiehelden helfen, Energie noch effizienter zu nutzen. Zehn Sets im Wert je rund 400 Euro brachte Charlene Binder von Bosch mit und überreichte sie den Teilnehmern von „Nachhaltigkeit barockt“ gratis. Über das Smartphone können sie nun zwei Heizungsthermostate programmieren und steuern. Bequem auch von unterwegs. Gleiches gilt für ein Stecker-im Stecker-System, mit dem Geräte angeschlossen werden können. Ein Tür- und Fenster-Wacher, teilt dem Heizkörperthermostat mit „Fahr runter“, wenn gelüftet wird.

 


Info: Zehn Haushalte beteiligen sich am Wettbewerb Energiehelden der Stadt im Zuge des EU-Projekts CitiEnGov. Die Ehrung ist zur Zukunftskonferenz im Juni geplant. Die LKZ ist Medienpartner. Infos auch unter www.ludwigsburg.de/energiehelden, dort sind auch Videos zu den Terminen zu finden.

Von Thomas Faulhaber
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