Wer schafft den kleinsten Fußabdruck?
Ludwigsburg | 20. Oktober 2017

Suche nach Einsparmöglichkeiten

Der Mittwochvormittag beginnt mit einem Rundgang durchs Haus. Christoph Wasser erzählt von den Kältebrücken. Weil weder der Kellerboden noch die Zwischendecken gedämmt seien. Auch die große Fensterfront im Wohnzimmer sei bis auf die Sommermonate immer kühl, wie das offene Treppenhaus. Dafür würden sich die Kinderzimmer rasant aufheizen. Vorausgesetzt die Sonne scheint. Sven Roth notiert alles auf seinem Klemmbrett. Bei Wassers sind 60 Prozent der Leuchten bereits umgerüstet auf Energiesparlampen oder LEDs. Der Energieberater der LEA empfiehlt hier den Austausch erst, wenn es beim Anschalten dunkel bleibt. Nur der Beleuchtungsdinosaurier Glühbirne sollte schon vor dem Erlöschen ausgetauscht werden.

Eingehende Analyse (von links): Sven Roth nimmt den Energieverbrauch von Christoph und Bärbel Wasser unter die Lupe. Foto: Holm Wolschendorf
Eingehende Analyse (von links): Sven Roth nimmt den Energieverbrauch von Christoph und Bärbel Wasser unter die Lupe. Foto: Holm Wolschendorf

Spitzenwert beim Strom

überrascht das Ehepaar

Das Ehepaar lebt mit seinen drei Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren in einem Reihenmittelhaus in der Weststadt. 160 Quadratmeter groß, Baujahr 2007. Die ersten Hausaufgaben haben sie schon erledigt. So wurden alle Zählerstände festgehalten. Bislang verbrauchen die Wassers rund 10 000 Kilowattstunden Gas fürs Heizen und zum Kochen. Dazu etwa 2300 Kilowattstunden Strom im Jahr. Ein Spitzenwert, der Roth überrascht. „Wir haben weder Wäschetrockner noch Elektroherd“, erklären der Arzt und die Sonderschullehrerin. Auf dem Dach sorgt eine thermische Solaranlage für Warmwasser unter anderem zum Duschen. Von Mai bis September ist deswegen die Brennwerttherme ausgeschaltet. „Wegen der Legionellen sollten das Wasser aber einmal in der Woche auf 70 Grad erhitzt und die Leitungen durchgespült werden“, empfiehlt Roth.

„Das Thema Nachhaltigkeit ist in unserem Alltag ohnehin präsent“, sagt Bärbel Wasser, über die Aktion erhofft sie sich Erfahrungsaustausch mit anderen und neue Impulse. Sie selbst hätten sicher noch Potenzial. Den Beschluss, bei den „Energiehelden“ teilzunehmen, fassten die beiden 42-Jährigen ohne die Kinder. Trotzdem sind diese mit Feuereifer dabei, wiegen zum Beispiel mit der Federwaage den Abfall, bevor der in die Mülltonne wandert. Und sie notieren die Verbräuche. Alles wird dokumentiert.

Sie haben zusammen auch eine Inventarliste aller Apparate erstellt. Die meisten Elektrogeräte sind so alt wie das Haus: zehn Jahre. Abgesehen von den Stereoanlagen und einem Kühlschrank im Keller. Der ist bis auf Partyzeiten aber immer ausgesteckt. „Es wäre von der Gesamtenergiebilanz auch unsinnig, Bestandsgeräte zu ersetzen, wenn sie noch funktionieren und jünger als 15 Jahre sind“, betont Sven Roth.

Am Esstisch arbeitet Roth mit dem Ehepaar Wasser einen vierseitigen Fragebogen ab. Er ist neugierig: Spülmaschine oder Handwäsche? Ist die Wäschetrommel auch immer voll? Wird an der Luft oder in der Maschine getrocknet? Wie lange dauert der Blick in den Kühlschrank? Wird das Gefrierfach regelmäßig abgetaut? Können Geräte komplett vom Netz genommen werden oder ziehen sie auch ausgeschaltet noch Strom? Bärbel Wasser ist entspannt: „Bei einem Fünf-Personen-Haushalt ist so gut wie alles ausgelastet.“

Familie Wasser ist schon ziemlich nachhaltig unterwegs. Wo es geht, werden Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel benutzt. „Plastikmüll zu vermeiden, ist allerdings so gut wie unmöglich“, bedauert Bärbel Wasser. Obwohl sie den größeren Aufwand nicht scheut, verstärkt auf dem Wochenmarkt mit dem Radanhänger einzukaufen.

Nachts sollte das Fenster im

Schlafzimmer zubleiben

Nach dem ersten Gespräch mit dem Energieberater werde sich anfangs so viel nicht ändern, meint Bärbel Wasser. Das ein oder andere Gerät werde ausgesteckt, die Ladestation der elektrischen Zahnbürste zum Beispiel oder die Smartphones. Ob sie sich allerdings daran gewöhnen kann, nachts das gekippte Schlafzimmerfenster zu schließen, damit die Wände nicht so sehr auskühlen, lässt sie offen. „Wir lieben kühle Frischluft, aber wir werden es erst einmal versuchen.“

Gut 90 Minuten dauert der Besuch von Sven Roth. Als Gastgeschenk hat Roth einen weißen Karton dabei. Der Inhalt: Ein Strommesser, der anzeigt, wie viel ein Gerät, das an der Steckdose hängt, tatsächlich verbraucht. Die drei Jungs werden begeistert sein.

info: Info: Weitere Infos gibt es unter ww.lkz.de/specials/energiehelden und unter www.ludwigsburg.de/energiehelden.

Thomas Faulhaber
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