Katis Trends
31. Mai 2013

Faire Mode in Ludwigsburg

Nach der Tragödie der eingestürzten Textilfabrik in Bangladesch, die u. a. für westliche Billigmodeketten produziert hat, lässt sich die Gewissensfrage beim Shoppen nicht mehr so leicht wegdrängen. Bei solchen katastrophalen Ereignissen wird einem noch mehr bewusst, dass eine Kaufentscheidung – egal ob es um ein Top oder eine Antihaftpfanne geht – immer mit gewisser Verantwortung verbunden ist.

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Greenality Store, Ludwigsburg

Greenality Store, Ludwigsburg

Foto: LKZ
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Greenality Store, Ludwigsburg

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Greenality Store, Ludwigsburg

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Greenality Store, Ludwigsburg

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Die Sachen fallen schließlich nicht vom Himmel, sondern werden von fleißigen Händen erschaffen, die Menschen aller Altersstufen und Herkunft gehören. Um zu erraten, wie das Geschäft trotz niedriger Preise florieren kann, braucht man nicht unbedingt Mathematiker zu sein. Je billiger die Herstellung ist, desto größer ist die Gewinnspanne und dabei sind die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den Billiglohnländern fast vollkommen egal.

Dass Fair Trade keine leere Phrase ist, sondern aktives Handeln und Tun gegen Armut, Krieg, Kinderarbeit, Diskriminierung von Frauen bedeutet, erfährt man in Ludwigsburg z. B. im Dritte-Welt-Laden in der Eberhardstraße oder im Greenality Store in der Asperger Straße. Die beiden Läden nach einer umfassenden Themenrecherche zu betreten, war für mich wie ein kleines Experiment; ich war gespannt, wie die Produkte mit fairem Hintergrund auf mich wirken werden.

Der Greenality Store überrascht mit seinem frischen und klaren Design, die gut sortierten Klamotten (fast alles für sie und ihn) haben einen modern-urbanen Street Style Touch. Der Antrieb zur Firmengründung war der Gegengedanke zu den „miserablen & ausbeuterischen Zuständen“ in der Textilindustrie. Sie betreiben auch einen Online-Shop, natürlich mit klimaneutralem Versand. Beim Stöbern in dem weiträumigen Laden kommen viele Fragen auf; plötzlich möchte man ganz gerne alles z. B. über die Accessoires wissen und staunt darüber, dass sie aus alten Skateboards hergestellt werden. Das Sortiment wird sogar als „vegan“ beschrieben, was natürlich nicht bedeutet, dass die tollen Shirts und Hosen von Freunden der veganen Ernährungsweise unbedenklich verzehrt werden können, sondern dass die Klamotten ohne tierische Erzeugnisse (wie z. B. Leder) hergestellt werden.

Anders als der Greenality Store präsentiert sich der Dritte-Welt-Laden: er ist eine heimelige, verwinkelte Schatzkiste mit buntem Sortiment. Neben Lebensmitteln und Kosmetika findet man eine große Vielfalt an Handtaschen, Schals, Schmuck und andere Accessoires. Die qualitativ hochwertigen Waren werden durch geprüfte Fair-Trade-Händler beschaffen, auf neugierige Fragen nach Herstellungsort und –art werden bunte Flyer herausgeholt und die entsprechende Information ausgesucht. Man kommt leicht und gerne ins Gespräch, sei es über die Öko-Jeans-Herstellung im Greenality Store oder die verschiedenen Projekte, die vom Dritte-Welt-Laden unterstützt werden.

Was die Mode angeht, bin ich eigentlich eine Durchschnittsverbraucherin: markenunbeständig, manchmal von Schnäppchenjagd getrieben, gelegentlich verfalle ich teueren Sachen oder irgendeinem kollektiven Trendwahn und bin ständig auf der Suche nach Neuem. Diese Suche hat mich auch zur fairen Mode geführt und ich bin begeistert. Ich werde öfters vorbeigehen!

 

Mehr Mode finden Sie auf unserer Seite „Katis Trends“.

KALÜ
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