Zeitung in der Schule
KREIS LUDWIGSBURG | 28. Juni 2012

Das Innere im Quadrat

Friedrich Schulz von Thun: Der innere Zwiespalt kann letztendlich zu einer gesunden Pluralität führen

Das Kommunikationsquadrat besteht aus vier Seiten. Es sind die Appellseite, die Beziehungsseite, die Selbstkundgabeseite und die Sachinhaltseite. Der Appell ist wie ein Befehl, die Beziehungsseite sagt, wie stark man zueinander steht, die Selbstkundgabe ist, wie viel Du von Dir preisgibst, und der Sachinhalt ist ein Fakt. Der Sender spricht mit „vier Schnäbeln“, der Empfänger hört mit „vier Ohren“ zu. Das führt häufig zu angespannten Kontakten.

Der Kommunikationswissenschaftler Dr. Friedman Schulz von Thun ist der Erfinder des Kommunikationsquadrats und verfasste bereits drei Bücher über das Thema Kommunikation („Miteinander reden“). Im letzten Band seiner Trilogie beschreibt er, dass man oft mehrere Seelen in der Brust besitzt. Sie melden sich, bevor, während und nachdem wir sprechen. Das nannte er das „Innere Team“.

Hierfür nimmt Schulz von Thun das Beispiel einer Studentin, von der sich ein wenig engagierter Kommilitone eine Mitschrift ausborgen möchte. Sie möchte nicht Nein sagen und schwankt dadurch emotional zwischen Ärger („Er nutzt Dich aus“) und Kollegialität („Man muss sich gegenseitig helfen“). Dadurch entsteht im Innern ein Zwiespalt oder eine Diskussion.

In seinem Kommunikationsmodell nennt der 68-Jährige solche inneren Anteile „Stimmen“ oder „Mitglieder des Inneren Teams“. Es ist wichtig, jedes „Innere Team“ zu würdigen, denn „innere Pluralität“ ist menschlich und wertvoll.

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