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KREIS LUDWIGSBURG | 28. Juni 2012

Endlich mal reden bis zum Umfallen

Eine Woche lang lernte die Klasse 10a der Oststadtschule I, was Kommunikation wirklich bedeutet – „Perfekte Lernmethode“

Erfolgreiche Woche: Julie Bauer (ganz links) brachte der Klasse 10a, aber auch deren Lehrerinnen Eva Kühlen-Schmitt und Melanie Knoll, bei, wie es sich am besten miteinander reden lässt.
Erfolgreiche Woche: Julie Bauer (ganz links) brachte der Klasse 10a, aber auch deren Lehrerinnen Eva Kühlen-Schmitt und Melanie Knoll, bei, wie es sich am besten miteinander reden lässt.
Bilder: privat

Eine Woche lang besuchte uns die Psychologin Julie Bauer aus Hamburg. Sie lehrte uns, mit dem Kommunikationsquadrat besser zu kommunizieren. Zum Programm gehörten auch das Präsentieren und das Referieren.

Zusammen mit Julie Bauer, die uns täglich von 8.30 Uhr bis zum Nachmittag begleitete, fand am Dienstag das Kommunikationstraining an der 10a in der Oststadtschule I statt. Für uns fing es an, indem wir das Kommunizieren mit den Menschen lernen sollen. Deshalb wurde aus Hamburg die 33-jährige Psychologin eingeladen.

Das allererste, was wir in dieser Woche lernten, war, Feedback zu geben und anzunehmen. Wir lernten, Feedback anzuhören und wenn wir die Ansicht nicht mit der Person teilten, dann sollten wir es nicht annehmen. Als nächstes nahmen wir uns das Kommunikationsquadrat vor, das aus vier Seiten besteht und Empfänger wie Sender voraussetzt (siehe Text unten).

Beim Zuhören sollte man es so verstehen, wie die Person es meint. Ein Beispiel: Ein Mann kommt vom Sport nach Hause. Die Freundin wartet auf ihn, weil sie zusammen essen gehen wollten. Da sagt die Freundin: „Bevor wir essen gehen, solltest Du duschen gehen.“ Was meint sie wohl damit?

Der Appell wäre: „Geh duschen, Du stinkst!“ Auf die Beziehung bezogen heißt das: „Ich glaube, wir stehen uns so nahe, dass ich Dir sagen kann, dass Du stinkst.“ Die Selbstkundgabe ist, dass sie nicht mit ihm ausgehen will, wenn er noch nicht geduscht hat, und der Sachinhalt ist einfach, dass er duschen gehen soll.

Die Botschaften, die wir anderen Menschen weitergeben, wie viele einzelne Nachrichten enthalten sie? Wie werden diese Botschaften vom Zuhörer aufgenommen. Wie kann ich mich bei schwierigen Fragen oder Entscheidungen erklären? Wie kann ich auf mein Gegenüber eingehen, so dass er oder sie sich von mir verstanden fühlt? Wie kann ich selbst meine Anliegen optimal vertreten? Wie kann ich ein authentisches, zielorientiertes Gespräch führen, so dass es bestmöglich repräsentiert wird?

Das Allerwichtigste: Wie kann so ein (schwieriges) Gespräch gestaltet werden? Genau das sind die Fragen und Themen, die bei einem Gespräch im Vordergrund stehen, aber am Anfang oft vernachlässigt werden. Mit fachorientierten Präsentationen versuchte Julie Bauer, das zum Ausdruck zu bringen.

Wir lernten auch, das innere Team zu erleben. Das innere Team hilft bei schwierigen Entscheidungen. Du schreibst auf, was Du fühlst, und wenn mehr Positives an der Sache ist als Negatives, dann machst Du die Sache, die Du lieber tust.

Wir lernten aber auch, Referate gut zu präsentieren, mit dem Metaplan und dem Flipchart. Da kamen die Fragen auf: Wie muss man schreiben? Wo und wie muss man stehen? Auch Gestik und Mimik spielen eine große Rolle. Auf all diese Fragen bekamen wir Antworten.

Als Klasse haben wir gelernt, einander zuzuhören und besser miteinander umzugehen. Julie Bauer wollte uns sensibler anderen gegenüber werden lassen und uns helfen, unsere eigene Persönlichkeit selbst zu achten, was ihr auch gelungen ist. Die Woche war sehr informativ und wir würden es jedem weiterempfehlen.

All das, was Julie Bauer in ihrem einwöchigen Kommunikationsunterricht den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10a mitteilte, waren für jeden einzelnen die perfekte Lernmethode, das Kommunikationsverhalten zu lernen.

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