Zeitung in der Schule
KREIS LUDWIGSBURG | 01. März 2012

Facebook: Jeder Sechste ist schon infiziert

Im Jahr 2004 entwickelte der damalige Student Mark Zuckerberg ein Studentennetzwerk, das ausschließlich für die Universitäten bestimmt war: Facebook. Nachdem Sean Parker zwei Jahre später in das Projekt eingestiegen war, wurde es zum größten „sozialen Netzwerk“ der Welt.

Bilder: USS
Theresa Kaubisch
"Beim Zisch-Projekt wird einem in einer Zeit von Fernsehen und Internet das geschriebene Wort näher gebracht. Dabei merkt man, wie viel Macht Worte haben."
Theresa Kaubisch (22 Jahre)
Daniela Schlichter
"Ich finde das Zeitungsprojekt super, da man mehr über ein Thema erfahren kann und dadurch ein besseres Allgemeinwissen bekommt."
Daniela Schlichter (20 Jahre)
Louis Seifert
"Beim Zisch-Projekt wurden wir als Gruppe näher zusammengebracht und mussten unsere Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Wir mussten auch zeigen, dass wir ein Thema selbstständig erarbeiten können"
Louis Seifert (18 Jahre)

Viele Schüler nutzen eine sogenannte Facebook-Applikation für ihr Handy, um jederzeit online sein zu können. Doch es gibt auch Schattenseiten. Über 500 000 Schüler zwischen zwölf und 19 Jahren werden täglich Opfer von Cybermobbing.
Die Schulen reagieren auf die Gefahr aus dem Cyberspace und sperren diese Seiten. Viele Jugendliche trauen sich in der scheinbar anonymen virtuellen Welt offensichtlich eher, Angriffe gegen andere, Beleidigungen oder Bloßstellungen von Menschen zu vollziehen. In Deutschland gibt es schätzungsweise 1,9 Millionen Opfer von Cybermobbing. Die Täter bleiben meist unbekannt, denn die Anonymität des Netzes schützt sie.
Außenseiter werden unter anderem in Chatrooms schikaniert. Manche versuchen damit, die Konkurrenz kleinzuhalten oder Freunden zu imponieren.
Im Gegensatz zu Mobbing in der Schule – bei dem man wenigstens in Ruhe gelassen wird, wenn man daheim ist – sei man in der digitalen Welt 24 Stunden lang den Attacken ausgesetzt, sagt Bernhard Jungwirth, Koordinator der Beratungsstelle Safer Internet.
Die Entwicklung des größten sozialen Netzwerkes der Welt im Internet hat eine neue Dimension erreicht: Inzwischen nutzt sogar die Polizei etwa bei Fahndungen die Chancen der riesigen Gemeinschaft. Mehrere Fälle wurden schon auf diese Weise gelöst. Über das Internet wurden entscheidende Hinweise zu Vermissten gegeben. Auch Körperverletzungen und Diebstähle konnten schon mit Hilfe von Facebook aufgeklärt werden.
„Für uns ist Facebook eine Chance, Zielgruppen anzusprechen, die man über klassische Medien nicht erreicht – vor allem junge Leute“, sagte etwa der Sprecher der Polizei Hannover, Heiko Steiner. Aber nach ersten Kritiken von Datenschützern zogen sich viele Behörden aus dem sozialen Netzwerk zurück. Trotz allem nutzen andere die Seite weiterhin, so auch die Polizei Hannover. Heiko Steiner, der Sprecher der Behörde meint dazu: „So erhöht sich der Fahndungsdruck auf den Täter.“ Das Internet und soziale Netzwerke wie Facebook, würden immer wichtiger in der Verbrechensbekämpfung und der Erfolg spreche für die Behörden.

Emmanuel Kronenwett, Louis Seifert, Theresa Kaubisch
Weitere Artikel aus diesem Ressort