Zeitung in der Schule
EINFACH SÜSS
BIETIGHeiM-BISSINGEN/VAIHInGEN | 11. Juni 2012

In einer kleinen Bäckerei fing es an

Die Firma Jung gibt es seit knapp 200 Jahren – Nicht immer wurden dort Bonbons hergestellt – Recherche im Museum

So eine Recherche macht Spaß: Im Bonbon-Museum in Kleinglattbach haben die Zisch-Reporter eine Menge über die Produktion von Zucker und Bonbons erfahren – und natürlich auch viel genascht.

Die Firma Jung gibt es schon seit knapp 200 Jahren. Sie ist aber nicht so lang ein Bonbonhersteller, sondern begann als Bäckerei mit einer kleinen Süßwarenabteilung. Dann spezialisierten sich die Inhaber auf die Süßigkeiten. Der Laden wurde immer größer und musste umziehen. Heutzutage stellt die Firma Jung auch Popkorn, Gummibärchen, Lakritze, Brause, Kaugummi, Kekse und Lutscher her.

Das Erfolgsrezept der Firma Jung sind die Einwickelpapiere der Bonbons. Denn sie werden nicht mit dem Namen der Bonbons oder dem Schriftzug der Firma Jung bedruckt – sondern mit Werbung für die Firmen, die sie kaufen. Hier kann jeder sein selbst entworfenes Bonbon-Papier in Auftrag geben!

Aus Zucker und Glukose wird die Bonbonmasse hergestellt. Hinzugefügt werden Aromastoffe und Farben. Nachdem die Zuckerglukosemischung in einem Kupferkessel durchgeknetet ist, wird sie auf einen Kühltisch gelegt und in Formen gegossen. Anschließend werden die Bonbons ausgestanzt und auseinander gebrochen. Danach werden die Kanten geschliffen und die Bonbons verpackt. In Tüten werden sie im Einzelhandel verkauft.

Anders ist das bei gefüllten Bonbons. Wenn die Bonbonmasse und die Masse für die Füllung fertig hergestellt sind, müssen beide warm gehalten werden. Dann wird zuerst die Bonbonmasse ausgerollt und die Füllung darauf gegossen. Anschließend wird die gesamte Masse zusammengeklappt und die neue Mischung durch eine Walze gepresst. So entsteht ein flaches Stück Bonbon-Masse, in dessen Mitte sich durch das Zusammenklappen schon die Füllung befindet. Jetzt können die Bonbons in einer anderen Maschine ausgestanzt werden. Danach kann man schon die einzelnen Bonbons erkennen, allerdings haben sie noch sehr scharfe Kanten. Auf einem Kühlband werden die Bonbons gekühlt. Sobald sie abgekühlt sind, werden die Bonbonkanten in einem Spezialbehälter geschliffen, so dass man sich beim Lutschen nicht daran schneidet. Zucker galt noch bis ins Mittelalter als Medizin. Man glaubte, damit viele Krankheiten und Wunden heilen zu können. Schon früh fingen die Apotheker mit der Herstellung von Kräuterbonbons an. Dafür mischten sie verschiedene Heilmittel zu einem Bonbon zusammen. Heute gibt es viele Geschmackssorten von heilenden Bonbons, die beispielsweise bei Halsschmerzen helfen können: Salbei, Kamille, Minze, Latschenkiefer, Anis, Pfefferminz, Eukalyptus, Fenchel oder Kamille.

Und wie kommen die Bonbons ins Papier? Sie werden in eine Maschine geklemmt und dort von zwei Greifarmen eingewickelt. So schafft sie pro Minute 1800 Bonbons. Pro Tag können drei Tonnen Bonbons eingepackt werden.

Heutzutage kann man in fast allen Ländern Bonbons kaufen – oft gibt es regionale Spezialrezepte. Die Geschichte der Bonbons ist schon an die 1500 Jahre alt. Die allererste Nation, die auf die Idee kam, so etwas herzustellen, war die Türkei. Denn dort gab es alles, was man zur Herstellung braucht. Ausreichend Regen und Wärme, so dass Zuckerrohr wachsen kann, aus dem man Zucker für die Bonbonherstellung gewinnt. Auch wenn die Erfindung des Bonbons in der Türkei schon lange zurück liegt, spielen Süßigkeiten auch heute dort noch eine wichtige Rolle: Das türkische Zuckerfest (Ramadan) ist auch bei den Kindern sehr beliebt, denn sie bekommen viele Süßigkeiten geschenkt.

Zuckerrohr war bis ins 19. Jahrhundert die wichtigste Pflanze zur Zuckergewinnung. Er wächst nur in warmen Ländern, wie zum Beispiel Ecuador und der Türkei. Zucker war lange Zeit sehr teuer und deshalb Luxus. Im Jahr 1747 entdeckte der Chemiker Markgraf, dass die Rübe Zucker enthält. Dadurch wurde Zucker im 19. Jahrhundert billiger. Immer mehr Menschen konnten nun Süßes essen.

Bei uns wird heutzutage viel Zucker aus der Zuckerrübe gewonnen. Dazu werden die Rüben zunächst gewaschen und in Pommes ähnliche Streifen geschnitten. Diese Stückchen heißen „Schnitzel“. Sie werden in einen großen Behälter gefüllt und in Wasser heiß gekocht. So gelangt der Zucker aus der Zuckerrübe in die Flüssigkeit. Der entstandene Zuckersaft wird immer wieder und wieder heiß gekocht, so dass er immer intensiver wird. Am Schluss wird der Sirup geschleudert, wobei die Zuckerkristalle entstehen, die wir kennen. Zur Herstellung von einem Kilogramm Zucker braucht man fünf Zuckerrüben.

Die ältesten Vorfahren unserer Schokohasen sind schon 200 Jahre alt. Es waren kleine rote Zuckerhasen. Nach einigen Jahren wurden sie von Karamellhasen abgelöst. Später wurde der Schokohase entwickelt. Für einen Schokohasen, der heute drei bis sieben Euro kostet, musste man früher ein ganzes Vermögen bezahlen.

Achim, Daniel, Moritz, Patrick, Manuel, Julia, Victor, Daniel, Kevin, Saki, Tim, Sarah, Tobias, Kristina, Vanessa, Sefkan, Gamze, Guliano, Kuba

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