Zeitung in der Schule
POLIZEIREPORT
Ludwigsburg | 19. Juni 2015

Von harten Betten und Pfefferspray

Fast so teuer wie im Nobelhotel: Eine Nacht in der Zelle des Kornwestheimer Polizeireviers kostet inclusive eines spartanischen Frühstücks 90 Euro. Das und noch viel mehr haben die Zisch-Reporter bei ihrer Recherche herausbekommen.

Vor dem Polizeiauto posieren die Nachwuchs-Redakteure aus Kornwestheim gerne.Fotos: Stefan Dietrich
Vor dem Polizeiauto posieren die Nachwuchs-Redakteure aus Kornwestheim gerne.Fotos: Stefan Dietrich
Blick in die Zelle.
Blick in die Zelle.

Die Herren Prexler und Kachel haben uns das Polizeirevier gezeigt. Zuerst haben wir den Funktisch angeschaut. Anschließend haben sie uns die Zellen gezeigt. Dann sind wir in den Hof, wo die Einsatzwagen stehen sowie die beschlagnahmten und gefundenen Dinge wie Fahrräder. Zum Schluss haben die Polizisten uns noch kurz über die Neuen Medien aufgeklärt.

In die Zelle werden meistens Leute eingesperrt, die zu viel Alkohol getrunken haben. Eine Nacht kostet 90 Euro inklusive eines spartanischen Frühstücks. Die Toilette in der Zelle ist sehr komisch. Die Spülung muss von der Zentrale aus betätigt werden. Dadurch hat der Insasse nicht die Möglichkeit, die Toilette zu verstopfen und die Zelle unter Wasser zu setzen.

In der Zelle muss man seine Schuhe und die Jacke ausziehen. Sie hat kein Waschbecken und auch keine Dusche. Das Bett ist sehr unbequem. Die Matratze ist hart und es gibt keine Decke. Die Tür ist mit zwei Riegeln gesichert und das Fenster ist ausbruchsicher.

Wenn die Polizei einen Einsatz hat, darf sie so schnell fahren, wie sie möchte. Sie muss aber trotzdem aufpassen, dass sie keinen Unfall baut und niemanden gefährdet. Im Polizeiauto gibt es eine Maschinenpistole im Kofferraum. Außerdem gibt es spezielle Handschuhe für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Diese braucht man, um keinen Stromschlag zu bekommen, wenn man aus so einem Auto Menschen retten muss. Im Kofferraum ist auch ein Feuerlöscher. Wenn Polizisten ein Auto anhalten wollen, halten sie die Kelle aus dem Seitenfenster. Wenn die Polizei eine festgenommene Person transportieren muss, bekommt sie Handschellen angelegt und wird hinter den Beifahrersitz gesetzt. Der Beifahrer rutscht dann mit seinem Sitz ganz nach hinten, damit die verhaftete Person nicht mit den Füßen treten kann.

Wenn man zum Beispiel ein Fahrrad findet, sollte man es bei der Polizei oder im Fundbüro abgeben. Wichtig ist, dass man einen Eigentumsanspruch abgibt. Sollte nämlich das Fahrrad nach einem halben Jahr nicht abgeholt worden sein, dann bekommt man das Fahrrad selbst.

Geklaute und gefundene Fahrräder werden auf dem Revier aufbewahrt. Das Gleiche gilt auch für Mofas, die beschlagnahmt wurden. Ein Mofa wird zum Beispiel dann beschlagnahmt, wenn es zu sehr getunt ist. Also wenn es viel schneller fahren kann, als eigentlich zugelassen.

Jeder Polizist hat eine Pistole bei sich am Gürtel, aber die Beamten setzen die Waffe nicht gerne ein. Die Pistole hat neun Millimeter-Kugeln und diese werden 800 bis 900 Stundenkilometer schnell. Außerdem haben die Polizisten Handschellen, um Verbrecher festzunehmen. Sie haben immer Ersatzpatronen dabei, falls alle Patronen im Magazin verschossen sind. Pfefferspray gehört ebenfalls zur Grundausrüstung. Das Pfefferspray der Polizei ist rein biologisch. Bekommt man es in die Augen, schwellen diese für 20 bis 30 Minuten stark an. Die Reichweite des Sprays beträgt sechs bis sieben Meter oder zehn bis 15 Meter bei speziellen Sprays. Am Gürtel haben Polizisten auch eine Taschenlampe. Sie haben auch eine schusssichere Weste an, falls jemand auf sie schießt. Die Weste wiegt ziemlich viel, und wenn man sie lange trägt, ist man abends ganz schön erschöpft.

Eine andere Waffe der Polizisten ist der Schlagstock. Sie dürfen damit nicht die Wirbelsäule oder den Kopf treffen, da das großen Schaden anrichten kann.

Steffen, Dennis L., Aykut, Jules, Serkan

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