Basketball
Ludwigsburg | 30. Juni 2017

Auf die Riesen wartet harte Arbeit

Die neue Basketballsaison 2017/2018 kommt langsam in Fahrt. Während aus den 18 Bundesligavereinen fast täglich neue, teilweise spektakuläre Transfers vermeldet werden, bringen sich auch die internationalen Wettbewerbe in Stellung. In der Champions League haben die MHP-Riesen Ludwigsburg eine harte Qualifikationsrunde vor der Brust.

Niklas Geske ist künftig für die Riesen am Ball. Foto: Baumann
Niklas Geske ist künftig für die Riesen am Ball. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Obwohl sich die MHP-Riesen in der vergangenen Saison mit dem achten Platz in der Bundesliga nicht direkt für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren konnten, zogen sie die Option, über eine Wild Card einen Platz in der Champions League zu ergattern. In diesem Wettbewerb, den der Basketball-Weltverband Fiba im vergangenen Jahr erstmals in Konkurrenz zur etablierten Euroleague ausrichtete, sammelte das Team von Trainer John Patrick beste Erfahrung. Am Ende ihrer Tour durch Europa scheiterten die Ludwigsburger erst im Viertelfinale am späteren Finalisten Banvit Bandirma aus der Türkei.

„Ich habe mich von Anfang an dafür eingesetzt, dass in einem klaren Verfahren die sportliche Leistung besonders hoch zu bewerten ist“, freute sich Alexander Reil über den nun erteilten Startplatz. Der Vorsitzende der MHP-Riesen machte deutlich, dass in den möglichen drei Qualifikationsrunden ein hartes Stück Arbeit wartet. Bereits am 19. und 21. September wird die erste Runde mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Die Gegner werden am 11. Juli in Genf ausgelost. Mögliche Reiseziele der Riesen sind Lissabon oder Antwerpen, aber auch Clubs aus Sarajevo, Pristina oder Minsk stehen auf der Liste der weiteren Qualifikanten (siehe Kasten). Bereits drei Tage später, am 24. September, wartet im Falle des Erfolgs der nächste Gegner. Abgeschlossen wird die Qualifikation in Runde drei am 29. September und 2. Oktober. Der Tip-Off zur Champions League-Hauptrunde mit dann 32 Vereinen in vier Gruppen zu je acht Teams ist am 10. Oktober.

Unabhängig von den Bemühungen um die Champions League kommt in der Bundesliga das Wechselkarussel allmählich auf Touren. Namhaften Abgängen stehen in den Top-Clubs ebenso spektakuläre Neuverpflichtungen gegenüber. Gestern wurde gemeldet, dass nach Augustine Rubit auch Raymar Morgan den Hauptrundenersten der Vorsaison, ratiopharm Ulm verlassen wird. Der 28-Jährige, in der vergangenen Saison zum wertvollsten Spieler der Bundesliga gewählt, wechselt zum türkischen Club Tofas Bursa. „Dass er sich so früh entschieden hat, kommt für mich überraschend“, sagte Ulms Manager Thomas Stoll. Er hätte „ihm den Sprung in die NBA oder Euroleague mehr als gegönnt“.

Personalkorsett nimmt Form an

Auch in Ludwigsburg nimmt das neue Personalkorsett allmählich Formen an. Den drei Abgängen Brad Loesing (Oldenburg), Martin Breunig (Bonn) und Kelvin Martin (unbekannt) stehen fünf Zugänge gegenüber: Michael Frazier (Verona, Italien), Niklas Geske (Vechta), Adam Waleskowski (Göttingen), Florian Koch (Bonn) sowie Dwayne Evans (Gießen).

Momentan befindet sich Trainer John Patrick in Japan, kommende Woche beginnt in den USA die Summer League, die durchaus als Fundgrube für weitere Talente gilt. Auf eine wichtige Hilfe wird Patrick in der nächsten Saison verzichten müssen: Co-Trainer Martin Schiller verlässt nach zwei Jahren den Verein und möchte als Cheftrainer einen Schritt nach vorne machen: Utah Jazz Salt Lake City in der amerikanischen NBA-Nachwuchsliga heißt dem Vernehmen nach die neue Station des 33-jährigen Österreichers.

Andreas Steimann
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige