Ludwigsburg | 11. November 2017

Deutliche Heimniederlage für das BSG-Team

Ludwigsburg. Die Regionalligamannschaft der BSG Ludwigsburg musste sich gestern Abend im wichtigen Heimspiel gegen Urspring mit 60:80 (27:43) geschlagen geben.

Nach ausgeglichenem Start schlichen sich im zweiten Viertel immer mehr Fehler ein bei den Gastgebern und so geriet man bis zur Halbzeit mit 27:43 ins Hintertreffen. Diesen Rückstand konnte das junge Team von Head Coach Felix Czerny im weiteren Spielverlauf nicht mehr aufholen und so stand am Ende die dritte Niederlage in Folge zu Buche.

BSG Ludwigsburg: Massing 10, Emanga 9, Kudic 8, Seric 8, Patrick 6, Bär 6, Herzog 6, Hukporti 4, Franz 2, Reinke 1, Abraha 0, Klingler 0

Nach drei Siegen zum Saisonstart nutzte die U 19-Bundesliga-Mannschaft (NBBL) der Porsche Basketball-Akademie die Herbstferien für ein Kurztrainingslager in Neubulach und geht nun am Sonntag gestärkt in das Duell mit dem Liganeuling BBU Allgäu/Memmingen.

Während die Barockstädter mit einer Bilanz von 3:0-Siegen auf dem 2. Tabellenplatz der Hauptrunde 4 stehen, wartet Memmingen in seiner Premierensaison noch auf das erste Erfolgserlebnis. In den Spielen gegen Bayern München, IBA München, Karlsruhe und Urspring ging der Aufsteiger als Verlierer vom Feld, wobei die Allgäuer lange Zeit in Reichweite waren. Ludwigsburg will seine Siegesserie von drei Erfolgen hintereinander unbedingt fortsetzen und wird mit voller Konzentration nach Memmingen reisen, um Saisonsieg Nummer vier unter Dach und Fach zu bringen. Spielbeginn ist um 15 Uhr. (tip)

Der Blick auf den Statistikbogen ist für viele Fans nach dem Spiel Pflicht. Welches Team hat wie viele Rebounds geholt, welcher Spieler wie gut getroffen oder wie viele Bälle geklaut. Auch wenn keine Zahl ein geschultes Trainerauge komplett wird ersetzen können, so können die Statistiken eine wichtige Unterstützung für Coaches bei der Vorbereitung des Gameplans sein.

Besonders interessant sind für viele Trainer allerdings nicht die Zahlen, die im klassischen Statistikbogen aufgeführt werden. Wichtiger sind für sie andere Informationen, zum Beispiel: Präferiert der nächste Gegner eher Distanzwürfe? Zu wie viel Prozent werden diese getroffen? Von welchen Spielern? Aus welchen Positionen? Denn Ziel der Verteidigung muss nicht immer sein, zu verhindern, dass der Gegner in 24 Sekunden Angriffszeit einen Wurf loswird – dafür müsste bei der Defensivarbeit oft hohes Risiko gegangen werden, was auch viele leichte Körbe zur Folge haben könnte. Eher soll der Gegner gezwungen werden, „schlechte“ Würfe zu nehmen. Da ist es hilfreich, vor dem Spiel zu wissen, für welchen Spieler des Gegners welcher Wurf „schlecht“ ist.

Interessant ist auch der Blick auf die Anzahl der Angriffe pro Partie. Hier zeigt sich, wie viel Geschwindigkeit ein Team ins Spiel bringen will. Es kann sinnvoll sein, gegen schnelle Teams das Tempo häufiger mal rauszunehmen und gegen langsame Teams auf Schnellangriffe zu setzen.

Die Unterschiede sind beträchtlich: Während Gießen, wo Ingo Freyer (Foto: dpa) gerade seinen Tempo-Basketball ins Rollen bringt, 77 Angriffe pro Partie hat, sind es in Würzburg, wo Dirk Bauermann eine Halbfeld-Offensive mit vielen Pick-and-Rolls spielen lässt, zehn Angriffe weniger. Ludwigsburg liegt hier übrigens im Mittelfeld. Einige weitere dieser sogenannten erweiterten Statistiken sind im Internet zu finden. Diese werden von Fans mit Programmierfähigkeiten zur Verfügung gestellt – die meisten der interessanten Daten lassen sich aus dem „Mitschrieb“ des Spiels auslesen, in dem festgehalten wird, welcher Spieler aus welcher Position geworfen hat. Die BBL dagegen macht bisher keine Anstalten, die Informationen gebündelt aufzubereiten. Für viele Beobachter ist das ein Zeichen mangelnder Professionalität. Auch Ulms Erfolgstrainer Thorsten Leibenath hat die Liga dafür schon mehrfach kritisiert. Er hat recht: Auch im Basketball ist die Digitalisierung ein wichtiges Thema. Die BBL sollte sie nicht verschlafen.

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