Basketball-Bundesliga
Ludwigsburg | 08. Januar 2018

Glücklose Riesen geben Platz 2 ab

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben den Kampf um Platz zwei der Bundesliga verloren. Gestern unterlagen die Basketballer Konkurrent Alba Berlin in der ausverkauften MHP-Arena mit 67:86 (39:38). Ludwigsburgs Nationalspieler Johannes Thiemann konnte nicht mitspielen.

Harte Landung: Florian Koch (Mitte) und die Riesen erwischen gegen Alba Berlin keinen guten Tag. Foto: Baumann
Harte Landung: Florian Koch (Mitte) und die Riesen erwischen gegen Alba Berlin keinen guten Tag. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Mit einem Sieg hätten die MHP-Riesen Ludwigsburg ihren zweiten Platz festigen können. Doch davon waren die Basketballer gestern weit entfernt. Im Duell mit Alba Berlin zogen die Riesen deutlich den Kürzeren und verloren mit 67:86. Damit zog der bblBundesliga-Club aus der Hauptstadt vorbei. „Wir haben uns in den ersten fünf Minuten und in der zweiten Halbzeit selbst ein Loch gegraben“, sagte Trainer John Patrick nach dem Spiel. Bereits vor Anwurf machte in der mit 4200 Zuschauern ausverkauften MHP-Arena die erste schlechte Nachricht aus Sicht der Gastgeber die Runde: Center Johannes Thiemann konnte wegen einer schweren Erkältung nicht mitwirken. Justin Sears rückte für den Nationalspieler in die Starting-five. Zu Beginn hatte Ludwigsburg Probleme. Das Zusammenspiel funktionierte kaum, in der Defensive fehlte die Konsequenz. Nach fast vier Minuten erzielte Kerron Johnson die ersten Punkte für Ludwigsburg zum 2:4. Danach zog Alba allerdings bis auf 6:18 davon.

Wenig später wurde das Spiel gezwungenermaßen unterbrochen – technische Probleme traten auf. Minutenlang standen beide Teams in ihrer Hälfte und warfen auf die Körbe, während die Hallentechniker fieberhaft am Problem arbeiten. „Nach aktuellem Kenntnistand wurde beim Einsatz des Videobeweises ein Kurzschluss ausgelöst“, sagte Riesen-Pressesprecher Björn-Lars Blank. Erst nach insgesamt 42 Minuten war das erste Viertel beendet. Es ging mit 24:14 an Berlin. „In diesem Moment war das nicht gut für uns, weil wir in einer guten Phase waren. Am Ende ist es aber egal, weil wir nochmal in einen Lauf gekommen sind“, sagte Gästetrainer Alejandro Garcia Reneses über die Situation.

Es folgte der stärkste Abschnitt der Ludwigsburger. Mit einer deutlich gesteigerten Intensität bliesen die Gastgeber zum Gegenangriff – mit Erfolg: Schritt für Schritt kamen die Riesen den Berlinern näher und gingen in der 19. Minute sogar durch Thomas Walkup in Führung (37:36).

Die Leistung der kräftezehrenden Aufholjagd konnten die Riesen in der zweiten Hälfte nicht halten. Stattdessen startete Berlin mit einem 17:0-Lauf (39:53). Den Rückstand verkürzte Ludwigsburg mehrfach. Um das Spiel aber erneut zu drehen fehlte den Riesen die Ruhe. Zu überhastet agierten die Gelb-schwarzen. „Wir haben mit zu viel Frust gespielt. Wir haben den Kopf verloren und viele wilde Würfe genommen“, sagte auch Patrick. Es passte ins Bild des für Ludwigsburg gebrauchten Tages, dass Niels Giffeys Wurf aus der Ferne mit der Schlusssirene zum 67:86-Endstand durch die Reuse flog. Kurze vor Ende kam der erst 16-jährige Point Guard Lukas Herzog noch zu seinem Bundesliga-Debüt.

Bereits morgen geht es für die Riesen in der Champions League weiter. Um 18 Uhr gastieren die Schwaben bei Neptunas Klaipeda. Gestern ging es nach Frankfurt, wo die Mannschaft in einem Flughafen-Hotel übernachtet hat und heute Morgen nach Litauen fliegt. Thiemann soll mitreisen: „Wir sind vorsichtig optimistisch, dass er mitfährt. Das ist der Plan“, sagte Sprecher Blank gestern Abend.

Am Wochenende pausiert die Bundesliga.In Göttingen findet am Samstag der Allstar-Day statt. Für Ludwigsburg sind Thiemann und Walkup im Einsatz.

Marco Jaisle
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