Basketball-Bundesliga
Ulm | 23. April 2018

Im Schwabenderby legen Riesen Atempause ein

Im Hauptrunden-Endspurt der Bundesliga gönnen sich die Ludwigsburger Basketballer eine Verschnaufpause. Im Schwabenderby bei ratiopharm Ulm verloren die MHP-Riesen mit 77:84 – auf eine Art, die Trainer John Patrick überhaupt nicht gefiel.

Justin Sears (Ludwigsburg) wird von Jerrelle Benimon (Ulm, Nr. 20) attackiert. Foto: Eigner
Justin Sears (Ludwigsburg) wird von Jerrelle Benimon (Ulm, Nr. 20) attackiert. Foto: Eigner

„Es war ein bisschen zu viel Egozock dabei“, schimpfte der Coach nach der vor allem in der zweiten Halbzeit über weite Strecken einseitigen Partie, in der sich die Ludwigsburger in der Offensive sehr schwer taten. Erst zwei Minuten vor dem Ende keimte nach einem zeitweise zweistelligen Rückstand (60:49) noch einmal Hoffnung auf. David McCray traf beim Stand von 75:68 aus der Distanz zum 75:71-Anschluss, ließ dann aber wenig später die nächste Möglichkeit liegen.

„Ulm hat mit mehr Energie gespielt und verdient gewonnen, weil sie den Gameplan sehr gut umgesetzt haben und hungriger waren“, resümierte Patrick, der keine Ausrede für die Niederlage gelten lassen wollte. Stattdessen monierte der Coach die mangelhafte Konzentration bei den Korblegeren und Freiwürfen (Quote nur 68 Prozent). Auch im Kampf um die Rebounds (33:38) waren die Ludwigsburger in ihrem zweiten Spiel des Wochenendes nach dem Heimsieg am Freitag gegen Braunschweig unterlegen.

Ulm hingegen wahrte mit dem Heimsieg nach der Niederlage am Freitag in Bayreuth zumindest die theoretische Chance auf eine Play-off-Teilnahme. „Da ist bei beiden Teams noch Luft nach oben“, hatte Riesen-Vorsitzender Alexander Reil bereits während der Halbzeitpause bei telekomm-basketball den Finger in die Wunde gelegt. Einen Schongang mit Blick auf das Champions-League-Finale am ersten Mai-Wochenende wollte der Riesen-Chef aber nicht gelten lassen. „Wir beschäftigen uns nicht mit dem, was in zwei Wochen passiert, sondern wir wollen jetzt unsere wichtigen Spiele spielen.“

Diesmal ohne Adika Peter-McNeilly, Rocky Trice und Jacob Wiiley misslang den Gästen der Start. Nach 2:9-Rückstand lagen sie nach den ersten zehn Spielminuten aber mit 19:16 vorne. Kerron Johnson hatte einen Dreier aus knapp acht Meter versenkt, ansonsten fielen die Würfe aus der Distanz auf beiden Seiten zunächst so gut wie gar nicht. Nahezu im Gleichschritt ging es im zweiten Viertel weiter.

Ludwigsburg lag zur Halbzeit knapp mit 36:35 in Führung, doch nach der Pause übernahmen die Gastgeber die Führung. Nun fielen auch die Dreier. Katin Reinhardt (17 Punkte) trug mit seinen fünf Dreiern in der zweiten Halbzeit zum Ulmer Sieg bei. Aufbauspieler Ismet Akpinar war mit 20 Punkten der Ulmer Topscorer, Dwayne Evans markierte auf Ludwigsburger Seite 21 Zähler.

Nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie war Ulms Coach Thorsten Leibenath diesmla zufrieden: „Wir haben heute Ludwigsburg die zweiten Chancen gut weggenommen und die Zone relativ gut verteidigt. Das war eine unserer besseren Leistungen“, so der Coach.

Fränkisches Wochenende für die Riesen

Am Wochenende wartet erneut ein Doppelspieltag auf die Riesen. Am fränkischen Wochenende ist am Freitag zunächst Würzburg zu Gast, danach geht es – wieder einmal – nach Bayreuth.

Andreas Steimann
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