Ludwigsburg | 13. Juni 2018

Korbleger

Überraschend kam es nicht: Die Golden State Warriors kürten sich vergangenes Wochenende erneut zum NBA-Champion. Kein anderes Team spielt derart gut zusammen wie die Warriors, die mit Steph Curry, Klay Thompson und Finals-MVP Kevin Durant drei der derzeit besten Basketballer in ihren Reihen haben. Dazu kommen ideale Ergänzungen wie die beiden hervorragenden Verteidiger Draymond Green und Andre Igoudala.

In echte Bedrängnis kamen die Warriors in den diesjährigen Play-offs nur gegen die Houston Rockets, die extrem auf den Dreipunktewurf setzen und mit James Harden und Chris Paul zwei Superstars im Kader haben.

In der Hauptrunde hatten die Rockets sogar die mit Abstand beste Bilanz aller Teams – im entscheidenden siebten Spiel der Serie behielten die Warriors allerdings die Oberhand.

In den Finals warteten dann die Cleveland Cavaliers auf das Team aus dem kalifornischen Oakland, oder anders gesagt: das Ein-Mann-Team LeBron James (Foto: dpa). Unterstützt wurde der dominanteste Basketballer der aktuellen Zeit in den Play-offs von seinem Team kaum, fast alles musste er alleine richten. Immer, wenn es eng wurde, war James da: im siebten Spiel in der ersten Runde gegen die Indiana Pacers, als er beim knappen Sieg der Cavs 45 Punkte erzielte, im sechsten Spiel gegen die Boston Celtics, als die Cavs einen Matchball abwehren mussten und James sein Team bei Punkten (46), Rebounds (11) und Assists (9) anführte.

Zwei Tage später beim siebten Spiel gegen die Celtics, als er wieder die meisten Punkte (35), Rebounds (15) und Assists (9) erzielte und seine Cavs so ins Finale gegen die Warriors brachte. Und sogar im ersten Finalspiel gegen die Warriors, als Teamkollege J.R. Smith mit einem Blackout – er kannte den Spielstand nicht, verzichtete daher auf den möglicherweise spielentscheidenden Wurf und dribbelte vom Korb weg – die Cavs den möglichen Sieg kostete. In der Verlängerung verloren die Cavs – James hatte 51 Punkte erzielt.

In den gesamten Play-offs ging ein Drittel aller Punkte der Cavaliers auf James Konto, außerdem die Hälfte aller Assists. Zum achten Mal in Folge hatte er die NBA-Finals erreicht, dreimal ist er bereits Meister geworden. James ist nun 33 Jahre alt und spielt dominanter denn je.

Aktuell wird sogar diskutiert, ob er inzwischen „der Größte aller Zeiten“ ist, also sogar besser, als Michael Jordan es je war. Auch wenn es darauf keine Antwort geben kann, weil sich die NBA seit Mitte der Neunziger stark verändert hat, so zeigt die Diskussion doch: LeBron James ist als Einzelspieler ganz oben angekommen.

Bleibt die Frage, mit welchem Team er kommende Saison wieder ganz oben ankommen kann. James könnte diesen Sommer aus seinem Vertrag mit den Cavaliers aussteigen – die Interessenten stehen selbstverständlich bereits Schlange.

Oder er bleibt doch in seiner Heimat und die Cavs nutzen die Offseason, um ein besseres Team um James herum aufzubauen. Eines ist sicher: Der NBA-Sommer wird spannend.

Simon Linder
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