Spiel I
Berlin | 22. Mai 2018

Ludwigsburg geht am Ende die Luft aus – Patrick fliegt

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben das erste Halbfinale der Best-of-five-Serie in der Basketball-Bundesliga bei Alba Berlin mit 102:87 verloren. In einem intensiven Spiel bewiesen die Hauptstädter dabei den längeren Atem. Riesen-Trainer John Patrick musste im zweiten Viertel die Bank verlassen.

Riese Elgin Cook (links) im Duell mit Berlins Nils Giffey.Foto: Annegret Hilse/dpa
Riese Elgin Cook (links) im Duell mit Berlins Nils Giffey.Foto: Annegret Hilse/dpa

6:10 Minuten vor Ende sah es kurz so aus, als könnten die Riesen tatsächlich als überraschender Sieger vom Parkett gehen. David McCray hatte am Ende einer langen und kontinuierlichen Aufholjagd gerade einen Dreier zur 82:81-Führung erzielt, da witterten die Schwarz-Gelben in der Mercedes-Benz-Arena vor 8210 Zuschauern bereits den ersten Sieg der Serie. Doch der überragende Luke Sigma mit am Ende 19 Punkten und Peyton Siva setzten diesen Träumen ein jähes Ende.

Vor der harten Verteidigung der Ludwigsburger hatte Albas Dreierspezialist Spencer Butterfield in der Berliner Morgenpost vor der Partie gewarnt. Und dennoch war die erste Hälfte des Spiels besonders durch zwei starke Offensivreihen geprägt. Während die Berliner sich sehr gut in Korbnähe freispielen konnten, waren es die Ludwigsburger Dreierschützen, die die Riesen in den ersten 20 Minuten zumindest halbwegs in Schlagdistanz hielten.

Einem spektakulären Alley-Oop-Anspiel des Berliners Peyton Siva und anschließendem Dunking von Sigma folgte ein kurzer Zwischenspurt der Gastgeber, die auf 17:10 davonzogen. Dreipunktewürfe von Jeremy Senglin und Malik Müller ließen den Vorsprung jedoch wieder schrumpfen. Mit 27:23 für die Hauptstädter ging es ins zweite Viertel.

Das war gerade einmal fünf Sekunden alt, da fand Alba scheinbar seine Dreierstärke wieder. Akeem Vargas versenkte erst den zweiten Berliner Dreier der Partie zum 30:23. Weitaus effektiver zeigte sich das Alba-Team von der Freiwurflinie. 18-mal durften die Albatrosse in den ersten 20 Minuten an die Linie – zu häufig aus Sicht von Riesen-Coach John Patrick. Der hatte bereits im Vorfeld moniert, Berlin provoziere häufig Fouls. Kurz nach dem 44:35 für Berlin beschwerte er sich dann zu heftig, bekam innerhalb weniger Sekunden zwei Technische Fouls und musste den Halleninnenraum unter hämischen Beifall der Berliner Fans verlassen. Für ihn sprang der 31-Jährige Co-Trainer Joey Cantens an der Seitenlinie ein. Unter dessen Leitung verhinderten die Schwarz-Gelben, dass der Rückstand bis zur Halbzeit noch größer wurde. Beim Stand von 46:57 wurden die Seiten gewechselt.

Einen Traumstart in Hälfte zwei erwischten dann die Schwaben. Thomas Walkup und Adam Waleskowski verkürzten prompt auf 53:57. Von da an entwickelte sich der aus der ersten Halbzeit gewohnte Schlagabtausch, bei dem die Riesen zunächst stets eine Antwort auf jedes noch so große Ausrufezeichen der Berliner hatten. So auch, als Ludwigsburgs Dwayne Evans einen Dreier versenkte, nachdem Bogdan Radosavljevic zuvor einen krachenden Dunking im Korb unterbrachte. Elgin Cook brachte die Riesen dann sogar auf zwei Punkte heran. Doch der Ausgleich sollte erneut nicht gelingen. Niels Giffey und Marius Grigonis trafen für die Gastgeber für drei, so dass es mit 79:74 in den Schlussabschnitt ging.

In diesem kämpften sich die Riesen erneut ran. 6:10 Minuten vor Ende waren sie nach McCrays Dreier sogar mit 82:81 in Front. Doch – wie in diesem Spiel schon Gewohnheit – antworteten die Gastgeber direkt. Punkte von Joshiko Saibou sowie eine Dreierserie von Siva und Sikma drei Minuten vor Schluss waren zu viel für die Ludwigsburger. Bei den Barockstädtern wollte der Ball danach gar nicht mehr fallen. Und so kam ein am Ende trügerisch hohes Ergebnis von 102:87 für Alba zustande.

Philipp Böhl
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