Basketball-Bundesliga
Ludwigsburg | 04. Dezember 2017

Ludwigsburg sorgt schnell für klare Verhältnisse

Wer soll diese Riesen eigentlich aufhalten? Die Ludwigsburger Basketballer haben in der Bundesliga mit dem 93:61 (45:25) gegen die BG Göttingen ihren sechsten Sieg in Folge eingefahren. Doch nicht die nackten Zahlen, sondern die Art, wie sich das Team von Trainer John Patrick derzeit präsentiert, lässt auf eine überaus beschauliche und erfolgreiche Adventszeit hoffen.

Kraftvoll zum Korb: Elgin Cook gegen den Göttinger Evan Smotrycz. Foto: Baumann
Kraftvoll zum Korb: Elgin Cook gegen den Göttinger Evan Smotrycz. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Den konsternierten Gegner mit aggressivem Spiel überrollen, dann einige Konzentrationsschwächen aus dem Weg räumen und in der Schlussphase mit gnadenlosem Powerplay den Deckel zu machen – diese Spielweise haben die Ludwigsburger in den ersten Spielen der BBL-Saison ebenso beherzigt wie in der Champions League. Dort hat das Team vor dem morgigen Aufeinandertreffen auf Sizilien gegen das momentane Schlusslicht der Gruppe B, Capo d’Orlando (Spielbeginn 20.30 Uhr), ebenfalls bereits fünf Siege eingefahren und als Tabellenführer alle Chancen auf den Einzug in die Play-offs.

Auch gegen die Veilchen aus Göttingen, gegen die man in der Vorsaison zweimal als Verlierer vom Platz ging, hielten sich die MHP-Riesen nach zweiwöchiger Länderspielpause an ihre selbst auferlegte Marschroute.

Johannes Thiemann, vorige Woche noch im Nationaldress in der WM-Qualifikation unterwegs und beim 93:49-Kantersieg gegen Österreich mit 17 Punkten und 10 Rebounds der beste deutsche Punktesammler, eröffnete den Reigen und hatte nach dem ersten Viertel bereits neun Punkte auf dem Konto. Ihm assistierten David McCray, Adam Waleskowski und ein glänzend aufgelegter Elgin Cook mit erfolgreichen Distanzwürfen. Dwayne Evans, der diesmal auffälligste und spielstärkste Ludwigsburger, schnappte dem Gegner geistesgegenwärtig in der eigenen Hälfte den Ball weg und vollendete per Dunking.

Unter den Augen von VfB-Spieler Timo Baumgartl und dem ehemaligen Nationaltorhüter Andreas Köpke sorgte ein 10:0-Lauf für eine deutliche 16-Punkte-Führung, Ende des ersten Viertels leuchtete ein 29:13 für die Hausherren auf der Tafel.

Vor 3 499 Zuschauer sollten die Ludwigsburger danach den Vorsprung nicht mehr abgeben. Göttingen, das sich nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Darius Carter unter der Woche mit Center Harper Kamp verstärkte hatte, versuchte zwar, die Konzentrationsschwächen der Riesen im zweiten und dritten Abschnitt zu nutzen. Kamp lieferte sich packende Duelle mit seinem Pendant Thiemann und war am Ende mit 19 Punkten der beste Scorer im Team von Trainer Johan Roijakkers.

Mit jeweils zwei Auszeiten kurz hintereinander brachte Patrick seine Mannschaft aber wieder zurück in die Spur. „Die Energie war da und wir haben es geschafft, viele Turnover beim Gegner zu forcieren“, lobte Patrick nach dem Spiel. Mit nur einem Ballverlust, deren aber bereits 14 aufseiten der Göttinger (gesamt 20) ging es mit einer 45:25-Führung in die zweite Spielhälfte.

Gespannt waren die Zuschauer auf den Auftritt von Michael Stockton, der mit großem Applaus begrüßt wurde. Aber auch der ehemalige Ludwigsburger Publikumsliebling vermochte diesmal keine Akzente zu setzen. Einzig mit den Wurfkünsten von Brion Rush (17 Punkte, davon 4 Dreier) hatten die Gastgeber Probleme. „Er ist viel zu oft frei zum Wurf gekommen“, bemängelte Patrick.

Im Schlussviertel spielten die Riesen für die Galerie. Wunderschöne Kombinationen und spektakuläre Abschlüsse ließen keinen Zweifel an dem verdienten Erfolg aufkommen. Trainer Roijakers war am Ende bedient. „Ludwigsburg war besonders in der Anfangsphase aggressiver und hat uns damit überwältigt. Von dem frühen Rückstand konnten wir uns leider nicht mehr erholen“, lautete sein knappes, aber treffendes Fazit.

Andreas Steimann
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