Basketball
Ludwigsburg | 03. April 2017

MHP-Riesen außer Rand und Band

Champions League war gestern, Play-offs sind morgen, dazwischen stehen die letzten sechs Spiele der Bundesliga-Hauptrunde. Die erste Hürde haben die Ludwigsburger Basketballer durch den furiosen 92-65-Erfolg gegen s. Oliver Würzburg mit Bravour gemeistert.

Überragende Quote: Chadd Toppert (rechts) gegen den Würzburger Sebastian Betz. Foto: Baumann
Überragende Quote: Chadd Toppert (rechts) gegen den Würzburger Sebastian Betz. Foto: Baumann

Selten hat man John Patrick in dieser Saison so gelöst gesehen. Direkt nach der Ehrenrunde, wo er gemeinsam mit seinen Spielern freudestrahlend den Dank des Publikums entgegennahm, eilte der Coach der MHP-Riesen zu Youngster Mateo Seric und gratulierte dem BBL-Debütanten zu dessen gelungenen Premiere. Der 18-jährige Forward hatte mit einem sehenswerten Wurf aus der Drehung seinen Einstand gekrönt.

Später im Presseraum schien Patrick alle Last der letzten Wochen abgelegt zu haben. „Wir waren sehr frustriert über die Endphase in der Champions League und haben diesen Frust auf das Feld gebracht“, resümierte er nicht nur das Spiel gegen Würzburg, sondern zog auch einen Schlussstrich unter den Stress der vergangenen Wochen, in denen die Ludwigsburger mit Europapokal, Pokal-Endrunde und Bundesligakampf um die Play-offs bis an die Grenze des Belastbaren gegangen waren. „Ich bin stolz auf die Reaktion meiner Spieler“, fasste Patrick zusammen.

Grund zur vollsten Zufriedenheit hatten auch die Riesen-Fans unter den 4381 Besuchern. Eingebettet in den großen Aktionstag „Gib Rassismus einen Korb“ wurde es ein perfekter Abend. Spätestens als Maskottchen Lurchi vor Beginn des Schlussviertels den Ball von der Mittellinie in den Korb traf und damit die 5000-Euro-Prämie eines Sponsors für die Fan-Kasse eroberte, waren sie gemeinsam mit den Spielern außer Rand und Band.

Keinerlei Zweifel an Siegeswillen

Nur drei Tage nach dem schmerzhaften Ausscheiden aus der Champions League ließen die Riesen auch ohne die verletzten Tekele Cotton und Kelvin Martin keinerlei Zweifel an ihrem Siegeswillen aufkommen. Mit 54 Prozent aus dem Zwei- und 59 Prozent aus dem Dreipunktebereich überzeugte Ludwigsburg. 23 Assists waren Zeugnis einer tollen Mannschaftsleistung.

Nachdem der Tabellenvierzehnte aus Unterfranken die ersten sieben Punkte der Partie erzielt hatte, brachte Jack Cooley, der gegen BK Banvit noch weit unter Form spielte, die Riesen fast im Alleingang ins Spiel. Zehn Punkte in Serie und insgesamt 12 Zähler im ersten Viertel standen für den Centerspieler auf dem Konto.

Im zweiten Abschnitt gingen die Barockstädter zum ersten Mal in Führung (24:22) und dank eines 17:5-Zwischenspurts nahm man einen Elfpunkte-Vorsprung mit in die Halbzeitpause.

Würzburg schaffte es zwar, den Abstand einige Male in den einstelligen Bereich zu bringen, doch besonders DJ Kennedy, der in der Champions League nicht spielberechtigt war, und Routinier Rocky Trice sowie das feine Händchen von Chad Toppert aus der Distanz (6 von 8 Dreier) sorgten dafür, dass der Vorsprung nie bei weniger als acht Zählern lag. Bis zum Ende des dritten Viertels war die Führung der Hausherren auf 69:54 angewachsen. Danach ließen die Patrick-Schützlinge unter den Sieggesang des Publikums nichts mehr anbrennen.

von Andreas Steimann
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