Capo d‘Orlando | 06. Dezember 2017

MHP-Riesen finden erst spät ihren Rhythmus

Die Ludwigsburger ziehen im Schlussviertel davon und gewinnen in der Champions League auch bei Tabellenschlusslicht Orlandina Basket

Aufatmen: Kerron Johnson konnte trotz seiner Verletzung weiterspielen. Foto: Baumann
Aufatmen: Kerron Johnson konnte trotz seiner Verletzung weiterspielen. Foto: Baumann

Die MHP-Riesen Ludwigsburg besiegen in der Basketball-Champions-League Orlandina Basket mit 72:61, feiern den sechsten Sieg im siebten Spiel und liegen nach der Hinrunde auf dem ersten Platz in der Gruppe B.

Für die Riesen begann im PalaFantozzi alles nach Plan. In der Offensive sorgte zunächst Thomas Walkup mit einer artistischen Einlage und danach Adam Waleskowski für eine frühe 4:0-Führung, während die aggressive Defensive drei Ballverluste der Italiener provozierte. Danach klappte allerdings auf beiden Seiten sehr wenig, die Riesen brauchten sogar bis knapp drei Minuten vor Viertelende, ehe Waleskowski die nächsten Punkte zum 7:7 auflegte. Danach forcierten die Gäste das Tempo und konnten das Viertel mit 13:7 beenden.

Auch im zweiten Durchgang war dem Team von Trainer John Patrick mehr Dynamik anzumerken, lediglich die Wurfquote ließ zu Wünschen übrig. Während Orlandina besonders in Person von Engin Atsür, dem ehemaligen Guard von Alba Berlin, seine Dreierstärke unter Beweis stellte, hatten die Riesen große Probleme aus der Distanz: Nur drei von 16 Würfen von jenseits der Dreierlinie fanden ihren Weg ins Ziel, so dass die Sizilianer sogar mit einer knappen 30:29-Führung in die Pause gingen.

Das dritte Viertel war dann von vielen Führungswechseln geprägt. Angeführt vom ehemaligen NBA-Spieler Eric Maynor, der sein Debüt für die Italiener in der Champions League feierte, ließ die Mannschaft aus Messina nicht locker, hielt gut mit und ließ nahezu keine einfachen Punkte zu. Die Riesen haderten dagegen immer öfter mit Entscheidungen der Schiedsrichter und kassierten zwei technische Fouls wegen Meckerns. Dennoch gingen die Riesen mit einer 53:48-Führung ins Schlussviertel.

Dieses begann mit einem erfolgreichen Dreier von Adika Peter-McNeilly für die Riesen. Und als wäre der Bann nun gebrochen, klappten wieder die einfachen Dinge bei den Barockstädtern. Schnell zog das Team davon. Auch bei Waleskowski wollte dann der Drei-Punkte-Wurf fallen und Ludwigsburg lag nach nur drei Minuten mit 62:52 in Front. Kurz darauf folgte eine Schrecksekunde bei den Riesen: Kerron Johnson knickte in einem Gegenstoß mit dem rechten Sprunggelenk weg und musste das Feld mit schmerzverzerrtem Gesicht verlassen.

Da die Ludwigsburger Defensive weiterhin stabil stand und insgesamt 22 Ballverluste der Italiener verursachte, gelang es den Gastgebern nicht mehr, entscheidend heranzurücken. Auch Johnson kehrte in der Schlussphase zurück und half dabei, die Führung zum letztlich verdienten 72:61-Endstand auszubauen.

Nach der gelungen Generalprobe reisen die Riesen mit breiter Brust und Tabellenplatz 2 in der Gruppe B zum Bundesliga-Spitzenspiel beim FC Bayern München.

Philipp Böhl
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