Basketball-Bundesliga
Ludwigsburg | 16. Mai 2018

MHP-Riesen stehen im Halbfinale

Zum zweiten Mal nach 2007 ziehen die Ludwigsburger Bundesliga-Basketballer in das Halbfinale der BBL-Play-offs ein. Mit einem 95:70 haben die MHP-Riesen auch das dritte Spiel der Best-of-five-Serie gegen medi Bayreuth für sich entschieden.

Jeremy Senglin (rechts), hier im Duell mit Assem Marei, war nur selten zu stoppen.Foto: Baumann
Jeremy Senglin (rechts), hier im Duell mit Assem Marei, war nur selten zu stoppen.Foto: Baumann

Ludwigsburg. Eine Minute und 22 Sekunden vor Spielende erhob sich die MHP-Arena noch einmal. Nationalspieler Johannes Thiemann betrat unter lautem Jubel das Spielfeld. Es war der krönende Schlusspunkt eines berauschenden Basketballspiels, in dem die Riesen besonders in Hälfte zwei groß aufspielten. Einen ersten Vorgeschmack bekam man schon bei der Mannschaftsaufstellung. Als Letzter stürmte Thiemann dabei aufs Parkett und feierte sein überraschendes Comeback, nachdem wegen eines Sehnenabrisses im Oberschenkel im Februar eigentlich sein Saisonaus verkündet wurde.

Seine Teamkollegen starteten ohne ihren Center nervös und brauchten bis Mitte des ersten Viertels, um sich erstmals abzusetzen. Dwayne Evans mit fünf Punkten in Serie sowie Thomas Walkup nach einem starken Ballgewinn des in der Anfangsphase bissig verteidigenden David McCray brachten die Riesen mit 13:6 in Führung. Doch Bayreuth kam wieder ran. Steve Wachalski glich kurz vor Viertelende sogar zum 19:19 aus, doch mit einem Tip-in stellte Adam Waleskowski elegant mit der Schlusssirene auf 21:19 für die Gastgeber.

Im zweiten Durchgang ging es genau so eng weiter – jedoch etwas hitziger. Nach einem Zug zum Korb von Bayreuths Andreas Seiferth geriet er mit Elgin Cook aneinander. Cook warf daraufhin seinem Gegenspieler den Ball, wenn auch nur leicht, in den Rücken. Beide kassierten ein Technisches Foul. Sportlich gingen in der Folge die Gäste mit drei Zählern in Front, ausgerechnet nach Punkten von Seiferth. Doch Waleskowski, der in der ersten Halbzeit starke 14 Punkte aufs Tableau brachte, Kerron Johnson und Adika Peter-McNeilly sorgten für einen erneuten Führungswechsel zum 42:37, ehe die Gäste bis zur Halbzeit auf einen Punkt herankamen (41:42).

Fünf Minuten waren im dritten Viertel gespielt, als die MHP-Arena erstmals im Spiel richtig zu beben begann. Jeremy Senglin mit einem Dreier, Dwayne Evans nach starkem Rebound und Thomas Walkup von ganz weit draußen stellten in kurzer Zeit auf 54:46 und zwangen Gästecoach Raoul Korner zur Auszeit. Bissige Riesen kauften der Korner-Truppe danach vollends den Schneid ab. Besonders der physisch starke Evans sowie der in der Offensive sehr agile Johnson waren dafür verantwortlich, dass Bayreuth beim Gang ins Schlussdrittel nah am Abgrund stand. 68:50 lautete da der Spielstand.

Im Schlussabschnitt trafen die Gelb-Schwarzen dann beinahe, wie sie wollten. Senglin, Johnson und Cook stellten innerhalb einer Minute auf 76:53. An der Intensität, mit der die Gäste nun zu Werke gingen, war spätestens jetzt klar, dass die Riesen als Sieger aus der Halle gehen werden.

Bis zur Schlusssirene beim Stand von 95:70 versprühten die Ludwigsburger noch eine Menge Spielfreude. Evans, mit 23 Punkten bester Scorer, setzte nach einem erfolgreichen Korbleger trotz Foulspiels zu einem kurzen Tänzchen an der Grundlinie an. Es war sinnbildlich für die Leichtigkeit, mit der seine Mannschaft in Hälfte zwei agierte.

Am Ende feierte der Großteil der 3253 Zuschauer den Halbfinalisten aus der Barockstadt, der nach Brose Bamberg als zweiter Halbfinalist der BBL feststeht. In der nächsten Runde geht es gegen den Gewinner aus dem entscheidenden Spiel fünf zwischen Alba Berlin und den Ewe Baskets Oldenburg. Das erste Spiel der kommenden Serie findet am Montag um 18 Uhr entweder in Berlin oder bei einem Sieg von Oldenburg in Ludwigsburg statt.

Marco Jaisle und Philipp Böhl
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