Basketball-Bundesliga
Ludwigsburg | 29. Januar 2018

Nach schwachem Start ziehen die Riesen davon

Die MHP-Riesen Ludwigsburg bleiben unter den Top-Teams der Bundesliga. Am Samstagabend besiegten die Basketballer die abstiegsbedrohten Eisbären Bremerhaven mit 92:69.

Kampf unter dem Korb: Johannes Thiemann (links) drückt den Ball durch die Reuse. Dwayne Evans (unten, rechts) duckt sich zur Seite.Foto: Baumann
Kampf unter dem Korb: Johannes Thiemann (links) drückt den Ball durch die Reuse. Dwayne Evans (unten, rechts) duckt sich zur Seite.Foto: Baumann

Am Samstagabend durfte Kerron Johnson mit den Fans feiern. Nach dem souveränen 92:69-Sieg über die Eisbären Bremerhaven stand der Spielmacher der MHP-Riesen Ludwigsburg auf der Tribüne. Der Bundesliga-Sieg sollte gebührend gefeiert werden. Zwei Vorsänger gaben den Takt vor und grölten lautstark das Feierlied Humba-Täterä vor, der verbliebene Rest der Anhänger brüllte zurück. Johnson, gewohnt lässig und mit Freundin im Arm, machte mit – allerdings eher gemächlich als voller Inbrunst.

Aber der Basketballer hatte ja auch ein anstrengendes Spiel hinter sich – und glänzte wie so oft mit Zuverlässigkeit. „Thomas Walkup und Kerron haben gemeinsam 15 Assists gemacht und dabei keinen Ballverlust gehabt, das ist nicht selbstverständlich“, lobte Trainer John Patrick. Stolz sei er auch auf die Leistung des Teams. Wie in den vergangenen Spielen stand Adika Peter-McNeilly für Kapitän David McCray in der Starting-Five. „Es ist für mich sehr positiv, wie Adika – ein von einem kanadischen College kommender Rookie – sich entwickelt hat. Auch seine Verteidigung hat er verbessert“, begründete Patrick den Wechsel. Dass der Coach nicht mit Lob sparen würde, war in der Anfangsphase nicht abzusehen.

Schwung von der Bank

Nach drei Minuten brachte Goeffrey Groselle die Norddeutschen mit 10:4 in Führung. Kurz darauf vergab Thomas Walkup einen Dreier. „Wir haben uns hier etwas vorgenommen. Das hat vier Minuten gehalten, danach sind wir am Druck zerbröselt“, beschrieb Gästetrainer Arne Woltmann die übrigen 36 Minuten der Partie.

Für Patrick war der neue Schwung von der Bank entscheidend: „Wir hatten einen super Input von der Bank – vor allem Dwayne Evans. Das zwischen der vierten und 31. Minute war wahrscheinlich unser bestes Teambasketball, was wir bisher gespielt haben“, sagte Patrick fast schon euphorisch – was selten vorkommt und zeigt, wie zufrieden der 49-Jährige war. Evans kam insgesamt auf 17 Punkte und 13 Rebounds. Mit einem 11:0-Lauf zwischen der sechsten und achten Minute drehten die Riesen das Duell auf 19:17. Bremerhaven antwortete mit einem Dreier durch Jonny Berhanemeskel. Danach folgte eine 12:0-Serie der Ludwigsburger zum 31:20 (11. Minute).

Die Gelb-Schwarzen blieben in Fahrt. Justin Sears traf kurz vor der Pause dreimal in Folge zum 44:27. Beim 46:29-Halbzeitstand zweifelte kaum noch jemand der 3379 Zuschauer in der MHP-Arena an einem Heimsieg. Als die Riesen mit einem Dreier durch Walkup und einem Zwei-Punkte-Erfolg durch Evans in den dritten Durchgang starteten, war die Partie entschieden. Zeitweise lag Ludwigsburg mit 44 Punkten in Führung, wurde im Schlussviertel aber nachlässig. „Wir haben am Ende gesehen: Wenn wir nicht gut verteidigen, hat Bremerhaven Waffen“, sagte Patrick. Sechs Dreier trafen die Eisbären in den letzten zehn Minuten. Den Sieg hat das nicht mehr gefährdet.

Am Mittwoch (18 Uhr) geht es für die Ludwigsburger im türkischen Gaziantep weiter in der Champions League.

von Marco Jaisle
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