Basketball
Ludwigsburg | 22. Oktober 2018

Oldenburger Tempospiel knackt die MHP-Riesen

Die Ludwigsburger Basketballer tun sich in dieser Saison weiter schwer und mussten am Samstagabend nach vier Pflichtspielniederlagen in Folge einen weiteren herben Rückschlag hinnehmen. Gegen die in dieser Saison noch ungeschlagenen EWE Baskets Oldenburg unterlagen die MHP-Riesen auch in der Höhe verdient mit 67:85 (31:46).

Owen Klassen gegen Philipp Schwethelm (r.)
Owen Klassen gegen Philipp Schwethelm (r.)
Der Ludwigsburger Lamont Jones (am Ball) zeigt sich kämpferisch, kann sich gegen Oldenburgs Routinier Karsten Tadda (r.) aber nur schwer behaupten. Fotos: Baumann
Der Ludwigsburger Lamont Jones (am Ball) zeigt sich kämpferisch, kann sich gegen Oldenburgs Routinier Karsten Tadda (r.) aber nur schwer behaupten. Fotos: Baumann

Unmittelbar nach der Schlusssirene stürmte Mladen Drijencic die Treppen hinauf auf die Tribüne der MHP-Arena, umarmte einen mitgereisten Rollstuhlfahrer überschwänglich und beide streckten freudestrahlend den Daumen nach oben: „Alles richtig gemacht!“ schienen Oldenburgs Trainer und der begeisterte Fan einander zuzujubeln. Nach zwei Niederlagen in der Bundesliga und dem Scheitern in der Champions League im vergangenen Jahr war die Revanche eindrucksvoll gelungen. „Wir haben uns in Ludwigsburg immer sehr schwer getan und es ging auch um die eigene Haut“, sagte Drijencic später, „die Art und Weise wie wir uns heute präsentiert haben, macht mich sehr stolz.“

Den Grundstein für die Dominanz über mehr als 30 Minuten lag in der Oldenburger Defensive. Das Team um Routinier Rickey Paulding und EWE-Neuzugang Will Cummings ließ die Riesen kaum zur Entfaltung kommen. Paulding gelang es, Jung-Nationalspieler Karim Jallow (2 Punkte, 6 Rebounds) aus dem Spiel zu nehmen, Karsten Tadda rückte Ludwigsburgs Spielmacher Jordon Crawford (8 Punkte, 5 Assists, 3 Ballverluste) auf den Leib. Insgesamt sammelten die Gäste 14 Steals und zwangen die MHP-Riesen am Ende zu 21 Ballverlusten.

„Zwölf Assists und 21 Ballverluste bei uns, 21 Assists und nur zwölf Turnover beim Gegner, das zeigt, wie aufgelöst wir uns in der Defense präsentiert haben“, nannte John Patrick die Hauptgründe für das Debakel. Hinzu kamen sträfliche Nachlässigkeiten, die den Gästen immer wieder die Möglichkeit zu Tempogegenstößen gaben. „23 Fast Breaks, das ist nicht normal, wir müssen uns fragen, wo unser Wille war“, hielt Patrick mit Selbstkritik nicht hinterm Berg und attackierte gleichzeitig seine Spieler: „Da müssen unsere Führungsspieler Verantwortung übernehmen und zeigen, wie man spielt.“

Dabei waren die Riesen mit einer großen Bürde ins Spiel gegangen. Trevor Mbakwe fehlte nach einem Schlag gegen den Kopf verletzungsbedingt mit einer Gehirnerschütterung, dafür kehrte Center Owen Klassen nach seinem Daumenbruch in den Kader zurück. Der Kanadier war ein steter Unruheherd. Auch Lamont Jones, der vor Wochen eigentlich aussortiert worden war, stand erstmals im Aufgebot. „Er hat hart gearbeitet, ihn trifft keine Schuld, unsere Team-Chemie stimmte einfach nicht“, klagte Patrick.

Ludwigsburg lieferte den favorisierten Niedersachsen zunächst einen Kampf auf Augenhöhe (18:19). Im zweiten Viertel kamen die Oldenburger ins Laufen und zogen bis zur Halbzeit auf 15 Zähler (46:31)davon. Aus der Kabine kamen die Oldenburger mit großer Intensität und erhöhten mit einem 7:0-Lauf auf 53:31. Ludwigsburg verkürzte das 22-Punkte-Defizit zwar noch einmal (50:65), dann aber lief in der Schlussphase den Gastgebern die Zeit davon. Patricks Schützlinge waren auch wegen einer zu laxen Einstellung nicht in der Lage, die Partie noch einmal herumzureißen.

Andreas Steimann
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