Basketball Champions League
Ludwigsburg | 25. Oktober 2017

Powerplay mit Wermutstropfen

Die Ludwigsburger Basketballer haben auch ihr zweites Heimspiel in der Champions League-Hauptrunde siegreich gestaltet. Der 95:83-Sieg gegen Neptunas Klaipeda vor der Minus-Kulisse von 1614 Zuschauern in der MHP-Arena aber war schwer und teuer erarbeitet.

Riesen-Spielmacher Kerron Johnson (r.) zeigt ein starkes Spiel gegen Klaipeda (mit Mindaugas Girdziunas), scheidet aber im Schlussviertel verletzt aus.Foto: Baumann
Riesen-Spielmacher Kerron Johnson (r.) zeigt ein starkes Spiel gegen Klaipeda (mit Mindaugas Girdziunas), scheidet aber im Schlussviertel verletzt aus.Foto: Baumann

Wie zuletzt beim Coup gegen Meister Bamberg hatte Ludwigsburg seine stärksten Momente, wenn es in der Defensive zur Sache ging. Nach verhaltenem Beginn (4:6) verletzte sich Adam Waleskowski, der Matchwinner vom Samstag, bei einem Wurfversuch am Auge und musste in der Kabine behandelt werden.

Dem Steal von Justin Sears zum 11:6 begegnete Neptunas mit zwei Distanzwürfen in Folge durch Renaldas Seibutis und Mindaugas Girdziunas zur 14:11-Führung. Das reizte die Riesen, die nun mit ungebremster Macht zum Gegenschlag ausholten. Mit einem 17:0-Lauf drehten sie das Spiel nach durch Elgin Cook, Kerron Johnson, Adika Peter-McNeilly per Dreier sowie einer hundertprozentigen Freiwurfserie von Dwayne Evans (9 von 9), der bereits in der ersten Spielhälfte zweistellig punktete (13), viertelübergreifend auf 28:14.

Mit zwei Siegen war Neptunas gut aus den Startlöchern in die Champions League gekommen und führte die Tabelle der Gruppe B an. Diesmal aber klemmte es in der Offensive der Litauer. Ludwigsburg dagegen fand zu seinem Spiel, der zurückgekehrte Waleskowski traf nun wie gewohnt. Ein spektakulärer Alley Hoop von Johnson auf Justin Sears machte den nicht unbedingt erwarteten klaren Halbzeitstand von 50:30 perfekt.

Neptunas kam wesentlich heißblütiger aus der Kabine und zwang Ludwigsburg zu einigen Fouls. Von der Freiwurflinie aber schwächelten die Litauer (nur 17 von 29), Ludwigsburg dagegen packte seine nächste Waffe, den Dreipunktwurf aus. Zweimal Johnson, Peter-McNeilly und – natürlich – Waleskowski hielten die Gäste bis zum 75:56 vor dem Schlussviertel auf Distanz.

Und dann folgte doch noch der Bruch im Spiel. Riesen-Spielgestalter Johnson verletzte sich nach einem Fast Break an der linken Hand und musste aus dem Spiel. Für Neptunas ein Weckruf. Ihr spanischer Neuzugang Juan Palacios (15 Punkte) und vor allem Seibutis (17) drehten plötzlich auf, der Vorsprung schmolz auf 81:73, ehe Cook mit einem Dreier, Peter-McNeilly und Sears den Sack in einer packenden Schlussphase zumachten.

von andreas Steimann
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