Basketball
Ludwigsburg | 22. Mai 2017

Protest der MHP-Riesen abgewiesen

Die MHP Riesen Ludwigsburg sind mit ihrem Protest gegen das Viertelfinal-Aus in der deutschen Basketball-Meisterschaft gescheitert. Die Basketball-Bundesliga wies den Einspruch nach der Niederlage im fünften Play-off-Spiel gegen ratiopharm Ulm als nicht begründet zurück.

Abgang nach einer starken Saison: Die MHP-Riesen mit Cliff Hammonds und David McCray (r.) hoffen nach dem Play-off-Aus auf Klarheit über die Schiedsrichterentscheidung. Foto: Baumann
Abgang nach einer starken Saison: Die MHP-Riesen mit Cliff Hammonds und David McCray (r.) hoffen nach dem Play-off-Aus auf Klarheit über die Schiedsrichterentscheidung. Foto: Baumann

Wie die Liga am Samstag mitteilte, kann Ludwigsburg binnen drei Tagen Rechtsmittel gegen die Entscheidung von Spielleiter Dirk Horstmann einlegen. Dies führt allerdings nicht zu einer aufschiebenden Wirkung der jetzigen Entscheidung.

Beim 81:91 gegen Ulm am Donnerstagabend war Ludwigsburgs Coach John Patrick kurz vor der Pause wegen des zweiten Technischen Fouls der Halle verwiesen worden. Aus Sicht des Clubs sollen die Schiedsrichter Patrick daran gehindert haben, Protest beim Technischen Kommissar einzulegen. Liga-Spielleiter Horstmann erklärte indes, den Schiedsrichtern könne kein Verstoß gegen die Regeln nachgewiesen werden.

Auch am Sonntag, während die Halbfinalbegegnung Ulm gegen EWE Oldenburg bereits lief, hatten die Verantwortlichen der Ludwigsburger Basketballer noch keine Entscheidung darüber getroffen, wie sie in der Angelegenheit weiter verfahren wollen. „Wir überlegen nach wie vor, was zu tun ist und haben uns einige Gedanken gemacht“ sagte Alexander Reil. Der Vorsitzende der MHP-Riesen machte keinen Hehl daraus, dass sein Verein den Beschluss des Liga-Spielleiters nicht nachvollziehen könne. „Da wird offenbar nach dem Motto verfahren, der Schiedsrichter kann nach Belieben ein Foul geben, ohne dass es nachzuweisen ist“, interpretierte Reil die zweifelhafte Entscheidung. Auch wenn die Riesen im Falle eines weiteren Protests vor dem Schiedsgericht wenig Chancen auf einen möglichen positiven Ausgang sehen, „werden wir in jedem Fall weitermachen und einige Fragen stellen“, so der Vorsitzende Reil. Ihm gehe es insbesondere darum, Klarheit zu schaffen, was tatsächlich vorgefallen ist und was bei einem möglichen Fehlverhalten von Schiedsrichtern in Zukunft passiert. Unabhängig des juristischen Procedere und der „moralischen Aspekte“ stehe die Aufklärung der Vorfälle in der Prioritätenliste ganz oben. Ich kenne viele Situationen im Fußball, wo Schiedsrichter bei näherem Betrachten der Aktion Fehler eingeräumt haben“, sagte Reil und fuhr fort: „Das würde ich auch in unserem Fall erwarten.“

Tatsächlich ist auf dem Video zu dem Spiel eindeutig zu sehen, dass sich Patrick mit seinem Protest an den Technischen Kommissar wendet, dann aber von dem Schiedsrichtergespann mit erhobenen Händen an seinem Vorhaben gehindert und der Halle verwiesen wird. In der Halbzeitpause legte Riesen-Kapitän David McCray beim Stand von 55:39 für den Gastgeber wegen „unbegründeter Aussprache eines zweiten technischen Fouls gegen den Trainer John Patrick“ Protest ein, der fristgerecht bis um 12 Uhr des Folgetages mit einer detaillierten Begründung weiter verfolgt wurde.

Bamberg und Ulm legen vor

Unterdessen haben die Brose Bamberg zum Auftakt des Play-off-Halbfinals gegen den FC Bayern ein deutliches Achtungszeichen gesetzt. Der deutsche Basketball-Meister ließ den Münchnern beim 82:59 (45:23)-Sieg keine Chance. Das Team von Trainer Andrea Trinchieri dominierte dank starker Defensive von Beginn an und braucht nur noch zwei Siege zum erneuten Einzug ins Endspiel.

Im zweiten Semifinale hatte ratiopharm Ulm mehr Mühe. Der Vorrunden-Champion setzte sich in einer lange Zeit spannenden Partie am Ende aber auch souverän mit 86:79 (45:42) gegen die EWE Baskets Oldenburg durch.

Seit 2013 scheiterten die Bayern in allen drei Play-off-Duellen an Bamberg, im Vorjahr setzte es ebenfalls im Halbfinale ein 0:3. Den Ulmern waren die Strapazen des knappen 3:2-Viertelfinalerfolgs über Ludwigsburg zumindest in der Schlussphase nicht anzumerken. Vor allem Guard Chris Babb traf nach Belieben und kam auf 26 Punkte. Insgesamt versenkte das Team von Coach Thorsten Leibenath 59 Prozent seiner Dreipunktwürfe.

Für Oldenburg waren auch 24 Zähler von Rickey Paulding zu wenig. „Sie haben am Ende einfach die Big Plays gemacht. Wann immer sie es gebraucht haben, haben sie getroffen“, sagte der US-Flügelspieler der Niedersachsen.

von andreas steimann
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