Basketball
Tübingen | 02. Januar 2018

Riese Elgin Cook lässt die Muskeln spielen

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben das Schwabenderby der Basketball-Bundesliga (BBL) bei den Walter Tigers Tübingen mit 93:75 gewonnen. Damit festigen die Riesen nicht nur Platz drei, sondern qualifizieren sich auch für den BBL-Pokalwettbewerb.

Lässt sich nicht aufhalten: Ludwigsburgs Elgin Cook (schwarzes Trikot) gegen den Tübinger Kris Richard. Foto: Baumann
Lässt sich nicht aufhalten: Ludwigsburgs Elgin Cook (schwarzes Trikot) gegen den Tübinger Kris Richard. Foto: Baumann

Acht Minuten vor Spielende ließ Elgin Cook die Muskeln spielen – und das gleich in vielerlei Hinsicht. Erst tankte er sich zum wiederholten Male durch die Abwehr der Tigers, schloss trotz einer Menge Körperkontakt ab, versenkte den Ball im Korb und präsentierte dann mit stolzer Pose kurz seine muskulösen Oberarme. Es waren die Punkte zum 77:65 für die Riesen, die damit einen der vielen Aufbäumungsversuche der Gastgeber abwehrten.

„Es war auf beiden Seiten ein physisch hartes Spiel“, sagte der zufriedene Riesen-Trainer John Patrick nach der Partie. Besonders von Landsmann Cook war der US-Amerikaner beeindruckt. „Wir haben heute gesehen, warum er im College so ein Star war. Er hat in der ersten Halbzeit 100 Prozent getroffen und etliche Würfe mit viel Kontakt versenkt“, so Patrick.

In der Tat war Cook in einer starken Ludwigsburger Mannschaft die herausragende Gestalt. Am Ende legte er mit 24 Punkten seinen besten Saisonwert auf, traf neun seiner zwölf Würfe und verbuchte zudem fünf Rebounds.

Zu Beginn der Partie war jedoch noch nicht zu erahnen, wie deutlich der Endstand schließlich sein wird. „Das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen“, sagte Tigers-Coach Mathias Fischer. Dessen Team startete stark in die Partie. Angeführt von Barry Stewart, der im ersten Viertel neun Zähler beisteuerte, entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Mit zunehmender Spielzeit zeigten sich bei den Tübingern aber Probleme beim Rebound sowie in der Verteidigung unter dem Korb. Adam Waleskowski, Johannes Thiemann und Dwayne Evans profitierten davon in der ersten Hälfte und kamen zu einfachen Punkten.

Nach einer knappen 24:23-Führung nach dem ersten Viertel zogen die Riesen im zweiten Abschnitt erstmals davon, auch weil Stewart wegen früher Fouls lange auf die Bank musste.

In Durchgang zwei zeigte sich ein ähnliches Bild. Zwar steckten die Tigers nicht auf, die Riesen hatten jedoch immer die passende Antwort parat – auch von jenseits der Dreierlinie, von wo Thomas Walkup insgesamt vier von sieben Würfen versenkte und am Ende auf 14 Punkte kam. Im Schlussviertel provozierten die Riesen viele Ballverluste und fuhren einen 93:75-Sieg ein, der gleichbedeutend mit der Teilnahme am Pokal der Bundesliga ist, da die Riesen die Hinrunde nun nicht schlechter als Platz sechs abschließen können. „Ich war eben noch in der Kabine und habe der Mannschaft gratuliert“, sagte Patrick zur erfolgreichen Qualifikation. Auch ob der zusätzlichen Belastung macht sich der 49-Jährige keine Sorgen: „Die Spieler wissen, dass wir wenn wir nicht spielen, zwei bis drei Mal trainieren würden“, schmunzelte Patrick.

Zeit zum Feiern blieb seinem Team trotzdem nicht. An Neujahr flog die Mannschaft früh nach Bremen, von wo es zum Auswärtsspiel zu den EWE Baskets Oldenburg geht. Dort treten die Tabellendritten aus Ludwigsburg heute Abend (19 Uhr) beim Achten der BBL an.

Philipp Böhl
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