Basketball Champions League
Ludwigsburg | 07. März 2018

Riesen fordern „Mr. Pauldingburg“

„Do or Die“ – so heißen im Basketball die Spiele, an deren Ende entweder das Weiterkommen oder das Aus im Wettbewerb steht. „Mach es oder stirb“, Teil 1, heißt es heute Abend (20 Uhr) im Klassiker EWE Oldenburg gegen MHP-Riesen Ludwigsburg. Die Champions League geht in die entscheidende Phase.

Rickey Paulding ist bei Fans wie Mitspielern gleichermaßen beliebt. Auf „Mr. Pauldingburg“ müssen die Riesen besonders achtgeben. Foto: Eibner
Rickey Paulding ist bei Fans wie Mitspielern gleichermaßen beliebt. Auf „Mr. Pauldingburg“ müssen die Riesen besonders achtgeben. Foto: Eibner

Ludwigsburg. Folgt man der Gesamtbilanz dieses Bundesliga-Dauerbrenners, dann wäre es um die Wettprognosen für die MHP-Riesen Ludwigsburg schlecht bestellt. 23 Niederlagen stehen nur 8 Siege in den vergangenen Jahren gegenüber.

Doch das ist Bundesliga, die Champions League hat ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten. Denn während für die Gastgeber im vergangenen Jahr das Aus im Achtelfinale kam, können die MHP-Riesen bereits auf ein Viertelfinalerlebnis zurückblicken. Kurios: Ludwigsburg unterlag vor einem Jahr genau dem Gegner im Viertelfinale, gegen den Oldenburg zuvor im Achtelfinale die Segel streichen musste: dem türkischen Vertreter Banvit Bandirma.

In dieser Saison sind die Karten – und damit die vermeintliche Favoritenrolle – ähnlich verteilt: Während sich Ludwigsburg in der Gruppenphase mit 12 Siegen aus 14 Spielen hinter Titelverteidiger Iberostar Tenerifa in der Gruppe B stark behauptete, hatte der heutige Achtelfinalgegner Oldenburg einen deutlich schwierigeren Stand: Nur neun Siege fuhr das Team von Trainer Mladen Drijenci ein, und landete damit auf Platz 3 der Gruppe A hinter AS Monaco und Pinar Karsiyaka, in dessen Reihen inzwischen der Ex-Ludwigsburger DJ Kennedy aufläuft.

Dass Oldenburg überhaupt den Weg in die Play-offs der Champions League fand, hat es maßgeblich einem Spieler zu verdanken, der seit mehr als 11 Jahren als Synonym für die niedersächsische Basketball-Hochburg steht: Rickey Paulding. Der 35-jährige „Mr. Pauldingsburg“ war es, der mit seinen 34 Punkten beim Erfolg über Juventus Utena die Saison-Bestleistung in der Champions League markierte und der EWE so den Weg ins Achtelfinale ebnete.

Wie dominant „Der Ewige“ momentan auftritt, zeigte sich im jüngsten Bundesligaspiel in Jena. Während der Ex-Oldenburger Julius Jenkins im Science-City-Trikot sein 400. BBL-Spiel absolvierte, langte Oldenburgs Legende am Ende kräftig hin und machte in der Crunchtime neun seiner insgesamt 16 Punkte zum 83:74-Auswärtssieg. Oldenburg festigte damit seine Ansprüche auf die BBL-Play-offs.

Im einzigen Aufeinandertreffen der Saison war es den Oldenburgern Anfang Januar nicht gelungen, die Spielkontrolle zu behalten. 20 Ballverluste belegten die Probleme in der Offensive bei der 79:87-Niederlage in Ludwigsburg. Inzwischen aber haben die EWE Baskets mit Armani Moore viel Energie gewonnen. Am Sonntag gab es zudem das Comeback von Maxime De Zeeuw, der nach 10 Wochen Verletzungspause aber erst wieder zu seinem Rhythmus finden muss. Bei Ludwigsburg können die beiden Neuzugänge Jacob Wiley und Malik Müller ihr Debüt im europäischen Wettbewerb geben. Der Einsatz von Dwayne Evans ist dagegen offen. Riesen-Coach John Patrick ist gewarnt: „Es ist eine Herausforderung für uns. Mittwoch ist Teil 1 eines 80-minütigen Spiels“.

von andreas steimann
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