Basketball-Bundesliga
Ludwigsburg | 09. Dezember 2017

Riesen fordern den Liga-Favoriten

Der FC Bayern München führt erwartungsgemäß die Basketball-Bundesliga an. Überraschenderweise kleben die MHP-Riesen Ludwigsburg den Münchnern an den Fersen. Beide Teams haben erst eine Niederlage. Heute Abend (18 Uhr) kommt es im Audi-Dome zum direkten Duell.

Geht es weiter nach oben? Trainer John Patrick tritt heute mit seinen MHP-Riesen im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga gegen Bayern München an.Foto: Baumann
Geht es weiter nach oben? Trainer John Patrick tritt heute mit seinen MHP-Riesen im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga gegen Bayern München an.Foto: Baumann

Ludwigsburg/München. Die bisherige Saisonleistung der MHP-Riesen Ludwigsburg ist beachtlich. Sowohl in der Basketball-Bundesliga, als auch in der Champions-League, gab es jeweils erst eine Niederlage. Stellt sich die Frage: Schwimmen die Riesen auf einer Euphoriewelle oder steht der Erfolg auf stabilen Säulen? Eine erste Antwort gibt es heute Abend (18 Uhr) im Münchner Audi Dome, wenn die Ludwigsburger in der Bundesliga auf den FC Bayern treffen.

„Bayern ist schon eine Hausnummer, aber wir werden sehen“, sagte Trainer John Patrick gestern über den Gegner, den er für den Meisterschaftsfavoriten Nummer eins hält.

Der Spitzenreiter hat in der Liga ebenfalls erst eine Niederlage und schon drei Spiele mehr auf dem Konto als die Ludwigsburger. Im Eurocup, dem zweitbesten europäischen Wettbewerb, ist der FCB sogar noch ungeschlagen. „Die haben ganz klar viel Talent – etliche Nationalspieler, ehemalige NBA-Akteure. Ihre Point Guards sind etwa so groß wie unsere Center“, verdeutlicht Patrick die Stärke der heutigen Gastgeber. Gemeint sind der 1,96 Meter große US-Amerikaner Braydon Hobbs und sein serbischer Kollege Stefan Jovic (1,98 Meter). Am Mittwoch siegten die Münchner knapp mit 88:87 beim litauischen Vizemeister Lietkabelis Panevezys.

Trotz der Favoritenrolle stellt sich Bayern-Coach Sasa Djordjevic auf eine schwere Aufgabe ein: „Das wird ein sehr hartes Spiel für uns, Ludwigsburg spielt immer mit hohem Rhythmus und hoher Intensität. Sie hatten einen Tag mehr, sich zu erholen.“ Die Ludwigsburger waren am Dienstag beim sizilianischen Club Orlandina Basket im Einsatz und siegten dort mit 72:61. Am Mittwoch stand die Rückreise an, am Donnerstag kam die Mannschaft zu einer Trainingseinheit zusammen. Gestern ging es dann mit dem Bus geplagt von einigen Staus nach München. „Es ist für beide Teams bisher ein anstrengendes Programm, aber für uns noch mehr. Wir haben drei Auswärtsspiele hintereinander“, betont Patrick.

Am Mittwoch laufen die Ludwigsburger in der Champions League bei Paok im griechischen Thessaloniki auf, dann folgt mit dem Duell gegen medi Bayreuth zu Hause ein weiteres Spitzenspiel in der Bundesliga. Die bisherige Bilanz der Riesen im Audi-Dome fällt ernüchternd aus. Bei elf Versuchen gab es elf Niederlagen. „Die Geschichte spricht für die Bayern-Seite. Aber beide Teams haben neue Spieler. Es wird interessant.“

Wo die Münchner ihre größten Defizite haben, wollte Trainer-Fuchs Patrick nicht verraten: „Es ist kein offensichtlicher Schwachpunkt zu erkennen. Sie sind groß, stark und haben einen guten Coach“, sagte Patrick.

Doch da der US-Amerikaner äußerst großen Wert auf Videoanalysen legt, dürfte seine Mannschaft längst Bescheid wissen, wo die scheinbar übermächtigen Bayern verwundbar sind.

Dass die Mannschaft der Ludwigsburger in dieser Spielzeit in der Lage ist, den drei großen B der Bundesliga Bamberg, Berlin und Bayern Paroli zu bieten, haben sie bereits bewiesen. Serienmeister Bamberg kassierte am 21. Oktober in der MHP-Arena eine deutliche 74:91-Niederlage. Das Duell mit dem Zweiten Berlin folgt am 7. Januar.

Zu viel Bedeutung will Patrick dem heutigen Spiel nicht zusprechen: „Es macht gegen die Topteams immer Spaß, aber wir sind noch früh in der Saison. Wir freuen uns auf die Partie und können mit der Einstellung reingehen, dass wir nichts zu verlieren haben.“

Personell gesehen gibt es keine Veränderungen. Spielmacher Kerron Johnson, der sich am Dienstag am Fuß verletzte, wird laut Patrick dabei sein können. Auf absehbare Zeit fehlen wird Rocky Trice. Ob ein Comeback zustande kommen wird, ist fraglich. „Ich weiß nicht, ob er nochmal für uns spielen wird. Kann auch sein, dass die Saison für ihn vorbei ist“, berichtete Patrick. Der 33-jährige Trice schleppt seit Wochen eine Knieverletzung mit sich herum. Er kam erst einmal zum Einsatz. Beim 74:64-Sieg am 15. Oktober gegen Braunschweig erzielte er zehn Punkte. Eine Entscheidung soll nun in den kommenden Tagen fallen.

Marco Jaisle
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige