Basketball-Bundesliga
Ludwigsburg | 20. Mai 2017

Riesen hoffen auf Wiederholung

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben gestern ihren Protest gegen die Wertung der 81:91-Niederlage in Spiel 5 des Play-off-Viertelfinales gegen ratiopharm Ulm begründet und damit fristgerecht alle Formalitäten erfüllt. Ob es zur Wiederholung der Basketball-Partie kommt, wird wohl heute Vormittag entschieden.

Kapitän David McCray (links) und Trainer John Patrick (rechts) melden den Protest bei Kommissar Ulli Sledz an.Foto: Baumann
Kapitän David McCray (links) und Trainer John Patrick (rechts) melden den Protest bei Kommissar Ulli Sledz an.Foto: Baumann

John Patrick wirkte nach der 81:91-Niederlage gegen ratiopharm Ulm ruhig. Völlig sachlich versuchte der Trainer der MHP-Riesen Ludwigsburg, das Aus seiner Basketball-Mannschaft in Spiel 5 des Play-off-Viertelfinales zu erklären. „Es bleibt ein komischer Geschmack“, stellte er fest – vor allem mit Blick auf seinen Rauswurf aus der Halle.

Patrick erhielt von Schiedsrichter Martin Matip ein Technisches Foul, nachdem er sich beschwert hatte. „Ich habe nur höflich gefragt“, betont Patrick. Während der direkt folgenden Auszeit wollte Patrick gegen das Technische Foul bei Kommissar Ulli Sledz Protest einlegen.

Das versuchten die Schiedsrichter Benjamin Barth, Matip und Christof Madinger offenbar mit aller Macht zu verhindern. Jedenfalls ist auf den TV-Bildern zu sehen, wie alle drei Patrick vom Spielleitungstisch abhalten wollen und ein weiteres Technisches Foul aussprechen, was den Hallenverweis bedeutete. Aus Sicht der Riesen war das ein unzulässiger Vorgang, weshalb Kapitän McCray in der Halbzeitpause Protest einreichte. Gestern begründete der Verein den Protest fristgerecht. In einer Stellungnahme heißt es: „Die MHP-Riesen stellen ausdrücklich klar, dass der Vorgang der Schiedsrichter inakzeptabel ist.“

In der angehängten Spielordnung der BBL heißt es: „Ein Protest aus dem Spielverlauf ist unverzüglich, jedoch spätestens in der ersten Auszeit nach dem Entstehen des Protestgrundes durch den jeweils auf dem Spielberichtsbogen eingetragenen Kapitän, Trainer oder Trainer-Assistenten beim Kommissar anzumelden.“ Die Entscheidung liegt nun bei Spielleiter Dirk Horstmann. Sobald alle Stellungnahmen vorliegen, muss er schnell entscheiden. Denn bereits morgen steht das erste Halbfinalspiel zwischen Ulm und Oldenburg an. Die Ludwigsburger hatten 2014 schon einmal Protest gegen eine Niederlage eingelegt, damals war die vierte Partie des Viertelfinals gegen Bayern München wegen eines Fehlers der Referees wiederholt worden. Mit dabei war damals ebenso wie beim gescheiterten Protestversuch der Bayern im vergangenen Jahr Schiedsrichter Matip. „Das ist das dritte Mal, das die Schiedsrichter in einem wichtigen Spiel Theater machen“, sagte Patrick.

Über das Sportliche wurde nach der Partie kaum geredet – obwohl das Duell auch hier viel zu bieten hatte. Die Riesen starteten schwach, holten dann auf, fielen zwischenzeitlich auf 24 Punkte zurück und kämpften sich zweieinhalb Minuten vor Ende beim 79:85 auf sechs Punkte heran. Eine schlechte Ausbeute unter dem Korb stand einer kleinen Sensation im Wege. Denn die emotionale Achterbahnfahrt ging noch weiter.

Nach Patricks Hallenverweis handelte sich Cliff Hammonds ein Technisches Foul ein. D. J. Kennedy, der zuvor wieder einmal unter der Erwartung blieb, wurde drei Minuten nach dem Seitenwechsel disqualifiziert. Auch hier sind die Ludwigsburger in höchstem Maße unzufrieden mit den Schiedsrichtern. Angeblich soll Madinger den US-Star aufgefordert haben, den Ball zu holen. Als Kennedy ablehnte, bekam er laut Riesen das erste Technische Foul. Darauf hin sprintete er auf Madinger zu und spielte ihm mit einem kraftvollen Bodenpass den Ball zu. Das sah bedrohlich aus, sollte wahrscheinlich auch so wirken und veranlasste Madinger zu einem disqualifizierenden Foul.

Marco Jaisle
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