Play-off-Entscheidung
Ludwigsburg | 02. Mai 2017

Riesentreffenim Viertelfinale auf Lieblingsgegner

Ein furioser Heimsieg im Schwabenderby, eine zu verschmerzende Auswärtsniederlage in Berlin: Im Hauptrunden-Endspurt der Basketball-Bundesliga zeigen die MHP-Riesen Ludwigsburg noch einmal ihre zwei Gesichter. Nun treffen sie im Viertelfinale der Play-offs erneut auf ihren Lieblingsgegner: ratiopharm Ulm.

Wächst über sich hinaus: Drew Crawford (rechts) gegen den Ulmer Taylor Braun. Foto: Baumann
Wächst über sich hinaus: Drew Crawford (rechts) gegen den Ulmer Taylor Braun. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Noch einmal nach weit mehr als 50 Saisonspielen war die MHP-Arena am Samstagabend Schauplatz eines ungewöhnlichen Basketball-Spektakels. 4500 Zuschauer machten das Schwabenderby zwischen dem bisherigen Saison-Überflieger Ulm und den Riesen Ludwigsburg zu einem wahren Erlebnis. Bereits am Abend zuvor hatte sich die vierte Play-off-Teilnahme der Ludwigsburger bestätigt, entsprechend entfesselt war die Stimmung.

Und die Mannschaft von Trainer John Patrick unterstrich eindrucksvoll, warum sich die Ulmer zu so etwas wie ihrem Lieblingsgegner der Saison entwickelt haben. Bereits im vergangenen Jahr hatten sie zum Hauptrundenabschluss mit einem Sieg gegen Ulm die Play-off-Teilnahme festgezurrt, auch der Ludwigsburger Triumph im Pokal-Viertelfinale war angesichts der Dominanz des Teams von Trainer Thorsten Leibenath so nicht zu erwarten gewesen. Und nun dies: Die aufgrund von Verletzungen geschwächten Riesen zeigten erneut eine bärenstarke Leistung und siegten verdient mit 79:61 (40:36).

Crawfords beste Saisonleistung

Die Barockstädter schnappten sich 15 Rebounds mehr als der Gegner und trafen mit 49 Prozent gut aus dem Feld. Vor allem Drew Crawford zeigte mit 16 Punkten, sechs Rebounds und drei Assists eine überragende Performance. Patrick bescheinigte dem Forward in der zweiten Halbzeit „die beste Leistung der Saison“. Aber auch Topscorer DJ Kennedy (20 Punkte) und Youngster Mateo Seric erhielten ein Sonderlob.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase setze sich Ulm, das mit Da’Sean, Braydon Hobbs, Tim Ohlbrecht und Casey Prather ebenfalls auf vier Leistungsträger verzichten musste, zum Ende des ersten Viertels erstmals ab. In den zweiten zehn Minuten erarbeiteten sich die Barockstädter eine Überlegenheit am Brett. Seric sorgte per Tip-In für die Führung. Im zweiten Durchgang gelang Crawford auf spektakuläre Art und Weise die erste zweistellige Führung. Im Schlussviertel ließen die Patrick-Schützlinge nichts mehr anbrennen.

Gestern in Berlin hatten die Riesen, zusätzlich geschwächt von dem Ausfall von Cliff Hammonds (erkältet), nichts mehr hinzuzusetzen. „Wir sind einfach müde und waren alle platt“, erklärte Kapitän David McCray die 76:86-Niederlage. Lichtblick war erneut Mateo Seric mit zwölf Punkten und vier Rebounds.

Spiel 1 der „Best of five“-Serie haben die Ludwigsburger am Samstag (6. Mai, 16.45 Uhr) in der Neu-Ulmer Arena. Spiel 2 wird am 10. Mai um 20.30 Uhr in der MHP-Arena ausgetragen. Ein mögliches zweites Play-off-Heimspiel der MHP-Riesen würde am 16. Mai um 20.30 Uhr in stattfinden.

von andreas steimann
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