basketball champions league
Ludwigsburg | 15. November 2017

Spaziergang in die Länderspielpause

Die Ludwigsburger Basketballer haben die Tabellenführung in der Champions League Gruppe B eindrucksvoll behauptet. Der souveräne 86:74 (46:29)-Erfolg gegen den türkischen Vertreter aus Gaziantep war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Gazianteps stärkster Spieler D.J. White (rechts) fährt Elgin Cook (MHP-Riesen) beim Wurfversuch in die Parade. Foto: Baumann
Gazianteps stärkster Spieler D.J. White (rechts) fährt Elgin Cook (MHP-Riesen) beim Wurfversuch in die Parade. Foto: Baumann

20 aufreibende Spiele liegen hinter den MHP-Riesen. Die nun anstehende zweiwöchige Länderspielpause haben sie sich redlich verdient. Allein Johannes Thiemann, auch gestern Abend mit 18 Punkten und 5 Rebounds hinter Thomas Walkup (21/5 plus 5 Assists) wieder der erfolgreichste Werfer der Ludwigsburger, wird sich keine Verschnaufpause gönnen und bei den WM-Qualifikationsspielen gegen Georgien (22.11.) und Österreich (27. 11.) in der Nationalmannschaft weiter gefordert sein. „Alle Spieler benötigen zur Regeneration dringend eine Pause“, sagte Trainer John Patrick. Die Partie des 10. Bundesligaspieltags in Oldenburg wurde auf den 2. Januar 2018 verlegt, das nächste Heimspiel gegen die BG Göttingen ist am 3. Dezember.

Nach drei Champions-League-Niederlagen und dem 84:95 in der türkischen Liga gegen Trabzonspor hatte sich Gaziantep am Tag vor der weiten Reise nach Ludwigsburg von Trainer Stefanos Dedas getrennt. Seine – am gestrigen Abend undankbare – Aufgabe übernahm der seitherige Co-Trainer Aktas Zafer.

Die nötige Motivation konnte man seinem Team nicht absprechen, gegen die Abgeklärtheit des mit starkem Selbstbewusstsein agierenden Tabellenführers der Gruppe B fand es aber zu keinem Zeitpunkt ein probates Mittel. Ludwigsburg setzte sch schon im ersten Viertel über einen 10:0-Lauf dank seiner variablen und aggressiven Spielweise auf 24:12 ab. Scheinbar nach Belieben trafen Kerron Johnson, Walkup oder Thiemann, der sich beim Wurf zum 21:12 einmal mehr von der Dreierlinie versuchte.

Selbst als sich bei Ludwigsburg nach einem leichtsinnig vergebenen Dunkingversuch von Dwayne Evans Bruder Leichtfuß einschlich und Adam Waleskowskis Übermut mit einem unsportlichen Foul geahndet wurde, ließen die Riesen nicht abreißen. Walkup nahm das Zepter energisch in die Hand, bis zur Pause zogen die Hausherren vor 1843 Zuschauern, darunter einigen unentwegten türkischen Fans, auf 46:29 davon.

Zu viele Ballverluste der Gäste

Danach stellte sich Antep besser auf die Gangart der Gastgeber ein und langte in der eigenen Defense mächtig zu. Ihr bester Werfer D.J. White (22 Punkte) kam wiederholt frei zum Wurf, auch aus der Distanz hatten die Türken in dem nun immer schneller und härter geführten Spiel ihre Stärke. Von der Freiwurflinie und mit zu vielen Ballverlusten vergaben sie aber die Gelegenheit, näher aufzuschließen. Dennoch verkürzte Mark Lyons Mitte des Schlussviertels auf neun Punkte (71:62). Ludwigsburg ließ sich nicht irritieren und brachte den sechsten Erfolg in der Champions League unter Dach und Fach.

von andreas steimann
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