Eishockey
Ludwigsburg | 02. März 2018

Steeler spielen ein unerwartetes Endspiel

Der SC Bietigheim-Bissingen spielt gegen den SC Riessersee (19.30 Uhr) um Platz eins in der Hauptrunde. Dass es zu diesem Endspiel kommt, ist eine Überraschung.

Die Steelers-Angreifer Shawn Weller (rechts) und Tyler McNeely sind rechtzeitig zum Spitzenspiel zurück.Foto: bm
Die Steelers-Angreifer Shawn Weller (rechts) und Tyler McNeely sind rechtzeitig zum Spitzenspiel zurück.Foto: bm

Das Finale um die Meisterschaft in der Deutschen Eishockeyliga 2 beginnt laut dem offiziellen Spielplan am 13. April. Dass die Bietigheim Steelers nun schon ein vorgezogenes „Endspiel“ um Platz eins haben, hätte vor wenigen Wochen niemand erwartet. Auch wenn es vorerst nur um den Hauptrunden-Sieg geht.

Nahezu ungestört zogen die Bietigheimer an der Tabellenspitze ihre Kreise und hielten die Verfolger SC Riessersee und die Löwen Frankfurt auf Abstand.

Die Steelers steuerten damit nicht nur darauf zu, dem vermeintlich einfachsten Gegner in der ersten Play-off-Runde gegenüberzustehen, sondern hätten auch in jeder Runde – einschließlich des Finals – vier Heimspiele in der Best-of-Seven-Serie.

Dass diese komfortable Ausgangsposition nun, zwei Spieltage vor Ende der Hauptrunde, in Frage steht, ist einer Schwächephase der Steelers zuzuschreiben. Die letzten vier Spiele des Teams von Trainer Kevin Gaudet gingen verloren. Zuletzt setzte es sogar empfindliche Pleiten: 1:7 in Crimmitschau und ein 0:7 im Heimspiel gegen den ESV Kaufbeuren.

Mittlerweile ist der SC Riessersee nur noch einen Punkt hinter den Grün-Weiß-Blauen. Heute Abend treffen beide Mannschaften in der Ege Trans-Arena aufeinander. Bei einem eigenen Sieg würden die Bietigheimer mit einem blauen Auge davonkommen und einen Spieltag vor Schluss Hauptrundenplatz eins sichern. Bei einer Niederlage müssten die Steelers dafür auf einen Patzer des Teams aus Garmisch-Partenkirchen im letzten Saisonspiel gegen Tabellenschlusslicht Bayreuth Tigers hoffen und selbst beim Tabellenvierten EC Kassel Huskies ihre Hausaufgaben machen.

Besonders die vielen Verletzten der vergangenen Wochen trieben Gaudet zuletzt Sorgenfalten auf die Stirn. „Unsere Aufgabe ohne sieben Top-Spieler war nicht einfach“, sagte der Kanadier nach der Klatsche in Crimmitschau. Hinzu kommt, dass die Steelers nicht mehr die Effizienz der ersten beiden Saisondrittel an den Tag legen. „Die letzten drei Spiele haben wir super Chancen, aber schießen keine Tore. Die anderen Mannschaften sind dagegen unglaublich effizient. Wir machen natürlich auch Fehler, aber sie nutzen das sofort aus“, so Gaudet.

Auch deshalb äußerte sich der Trainer nach dem Crimmitschauspiel hoffnungsvoll, vor den Play-offs ein paar seiner Säulen im Team zurückzubekommen: „Unsere Lage ist schwierig. Ich kann nur hoffen, dass wir ein paar Spieler zurückkriegen.“

Scheinbar wurde Gaudet erhört: Pünktlich zum Spitzenspiel kehrt Shawn Weller nach seiner Sperre zurück, auch Tyler McNeely und Norman Hauner stehen wieder im Kader – damit ist auch die gefürchtete „W-M-H-Reihe“ der drei ehemaligen Rosenheimer komplett. Auch Bastian Steingroß kehrt zurück aufs Eis.

Philipp Böhl
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