deutsche eishockey-liga 2
Bietigheim-Bissingen | 12. Februar 2018

Steelers behalten kühlen Kopf im hitzigen Derby

Der SC Bietigheim-Bissingen hat in der 2. Eishockey-Liga gegen die Heilbronner Falken mit 3:2 nach Verlängerung gewonnen. 3906 Zuschauer in der Ege Trans-Arena erlebten ein Derby voller Emotionen und hitziger Momente.

Freddy Cabana (rechts) in einem der vielen Zweikämpfe mit dem Heilbronner Marcus Götz. Foto: Baumann
Freddy Cabana (rechts) in einem der vielen Zweikämpfe mit dem Heilbronner Marcus Götz. Foto: Baumann

Das Derby hielt, was es versprach: Kein Abtasten, kein Stillstand und viel Action. Nachdem Steelers-Keeper Ilya Sharipov bereits nach 30 Sekunden zwei Paraden auspackte, prallte auf der anderen Seite der Puck an den Pfosten des Gebälks von Leon Frensel (5.). In der 6. Minute klingelte es zum ersten Mal im Tor der Bietigheimer, nachdem die Grün-Weißen den Puck nicht geklärt bekamen, und Brandon Alderson Keeper Sharipov keine Chance ließ.

Die Steelers bemühten sich, schnell auszugleichen. Benjamin Zientek (7.), Shawn Weller (13.) und Norman Hauner (13.) verfehlten aber das Tor oder scheiterten an Frensel. Das Spiel wurde in dieser Phase hitziger. Nachdem der Bietigheimer Rob Brown für einen Check gegen den Kopf eine Strafe kassierte, teilte er im Faustkampf gegen Kevin Lavallée aus. Das „Duell“ ging an Brown, änderte jedoch nichts an der Spieldauerstrafe für den Check (9.).

In einem ohnehin intensiven ersten Drittel gab es dann noch einen Videobeweis: Die Steelers-Fans jubelten schon, doch die Studie der TV-Bilder überzeugte die Schiedsrichter, dass der Puck die Linie des Falken-Tores nicht überquert hatte. Den Schlusspunkt im ersten Abschnitt setzte Freddy Cabana, der dafür sorgte, dass das Drittel 50 Sekunden vor dem Ende abgebrochen werden musste, indem er seinen Gegner mit einem Check in die Bande stieß und das Plexiglas zum Springen brachte.

Mit neuer Scheibe vor den Strafbänken ging es in ein ähnlich furioses zweites Drittel. Nach vier Minuten stocherte Tyler McNeely den Puck nach einem Schuss von der Blauen Linie zum 1:1 ins Tor. Die Steelers drängten auf die Führung und schnürten die Falken in Überzahl nach Strafe gegen Tim Bernhardt in deren Drittel ein. Gerade als die Heilbronner den Puck erstmals aus dem eigenen Drittel bekamen, kehrte Bernhardt zurück aufs Eis, tauchte plötzlich frei vor Sharipov auf und versenkte den Puck zur kalten Steelers-Dusche (29.). Die Bietigheimer brauchten eine Weile, bis dieser Schock verdaut war. In der 36. Minute durfte Weller nach seinem Treffer aus kurzer Distanz jubeln und stürmte mit der Hand am Ohr auf den Gästeblock zu, der ihn zuvor als Feindbild ausmachte. Nachdem McNeely in Unterzahl die Führung verpasste (38.) kochten in den Schlusssekunden die Emotionen hoch: Adam Borzeckis Schuss hatte scheinbar die Linie überschritten, die Schiedsrichter gaben jedoch den Treffer nicht. Zu Beginn des Schlussdrittel schauten sich die Referees die Szene erneut an, entschieden aber nicht auf Tor.

In der Folge fehlte beiden sichtlich erschöpften Mannschaften der letzte Zug zum Tor. Weller sorgte allerdings erneut für Aufsehen: Nach einer Strafe gegen ihn stürmte er von der Bank aufs Eis, um sich mit Gegenspieler Brad Ross in die Haare zu kriegen. Der ließ sich jedoch nicht auf einen Faustkampf ein und Weller erhielt eine Zehn-Minutenstrafe.

Nach dem 2:2 nach 60 Minuten ging es in die Verlängerung. In dieser fasste sich Hauner ein Herz, sprintete ins Drittel der Falken und legte geschickt auf Routinier Dominic Auger zurück. Der 41-Jährige ließ dem starken Frensel keine Chance und netzte zum 3:2-Sieg ein.

Philipp Böhl
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