eishockey
Ludwigsburg | 27. April 2017

Steelers ernten viel Anerkennung

Ein letztes Schlägerheben zum Dank an die treuen Steelers-Fans war noch drin, dann verschwanden die Bietigheimer Eishockeycracks aber schnurstracks in ihre Kabine in der Frankfurter Eissporthalle. Das Eis wurde dem neuen Zweitliga-Meister der Löwen Frankfurt überlassen, die sich im sechsten Finalspiel und mit 4:2-Siegen den Titel holten.

Gruppenbild mit Meisterpokal: Frankfurt holt sich den Titel in der DEL 2.Foto: Hübner
Gruppenbild mit Meisterpokal: Frankfurt holt sich den Titel in der DEL 2.Foto: Hübner

Die Enttäuschung war dem Vizemeister anzusehen, denn nachdem es im Traumfinale zunächst nach einer klaren Angelegenheit für die Löwen ausgesehen hatte, kämpften sich die Steelers zuletzt mit zwei Siegen in Folge zurück in die Serie. Ziel war es, mit einem dritten Erfolg den großen Showdown mit Spiel sieben zu erzwingen. Dazu kam es aber nicht.

„Dafür hätten wir entweder in Führung gehen müssen oder zumindest unsere großen Chancen zum 1:1 oder 2:2 nutzen müssen,“ sagte nach dem Spiel Geschäftsführer Volker Schoch.

Beiden Teams war früh im Spiel anzumerken, dass fünf Partien innerhalb von nur zehn Tagen Kraft gekostet hatten. Und so war klar, dass die Mannschaft, die es schafft in Führung zu gehen, im Vorteil ist. Den Steelers war genau dies im vierten und fünften Spiel gelungen. Im letzten Saisonspiel waren es aber die Löwen, die im Mitteldrittel durch einen Doppelschlag mit 2:0 führten und so das Momentum auf ihrer Seite hatten.

„Nach dem 2:1-Anschlusstor waren wir wieder im Spiel. Leider waren wir im Torabschluss dann einfach zu schlecht. Das muss man schon so deutlich sagen. Und nach dem 3:1 und 4:1 war es eigentlich entschieden,“ so Schoch, der den Löwen fair zur Meisterschaft gratulierte. „Sie waren individuell sicher die beste Mannschaft. Das hat man auch im entscheidenden Finale gesehen.“

Nicht vergessen wollte der Steelers-Geschäftsführer aber auch, dass sein Team die ganze Saison arg dezimiert war. „Wir hatten das ganze Jahr Probleme mit Verletzungen. Und wenn einem im Finale Spieler wie Marcus Sommerfeld, David Wrigley und Freddy Cabana ausfallen und zudem Justin Kelly und andere sehr angeschlagen spielen, dann ist es fast unmöglich Meister gegen Frankfurt zu werden.“ Trotz dieser erneuten Enttäuschung in einem Finale blicken die Steelers auf eine tolle Saison zurück. Recht souverän wurde man Hauptrundenmeister und eilte zum fünften Mal in Folge in das Endspiel der DEL 2. „Dafür gebührt der Mannschaft ein großes Kompliment,“ fand auch Schoch.

Einverstanden mit der Leistung auf dem Eis waren auch die Steelers-Fans, denn nur so muss die tolle Geste nach Spielschluss interpretiert werden. Etwa 20 mitgereiste Anhänger der Bietigheimer Mannschaft hatte es an den Kabinengang der Frankfurter Eissporthalle geschafft und sie klatschen jeden einzelnen Spieler beim Verlassen des Eises ab. Es wurde Mut und Anerkennung ausgesprochen. Keine Anzeichen von Wut oder Trauer.

Komplett verabschieden von ihren Fans wird sich der Vizemeister am kommenden Samstag. Auf der Abschlussfeier sollen dann auch erste personelle Entscheidungen bekannt gegeben werden. „Wir wissen was zu tun ist, um auch in der kommenden Saison ganz oben mitzuspielen,“ kündigte Schoch nach Spielschluss an und ergänzte: „Der Kader steht bereits im Großen und Ganzen.“ Die Spieler selbst und auch der Trainer wollten sich nach Spielschluss nicht mehr äußern. So war das Schlägerheben die letzte Aktion der Steelers-Spieler, die sich in der kommenden Woche in die Sommerpause verabschieden.

von frank gantert
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