SC Bietigheim-Bissingen
Ludwigsburg | 14. September 2017

Steelers geben sich äußerst angriffslustig

Wenn morgen Abend in Frankfurt die neue Saison in der 2. Liga des Deutschen Eishockey (DEL 2) eröffnet wird, ist für Vizemeister Bietigheim Steelers das Ziel klar. „Wir wollen wieder unter die ersten Vier“, erklärte der sportliche Leiter der Steelers, Marc St. Jean vor dem Auftaktmatch.

Neuzugang Andrew McPherson (links) gilt als erfahrener und kompromissloser Stürmer, der das intensive Spiel der Steelers ideal verkörpert. Foto: Baumann
Neuzugang Andrew McPherson (links) gilt als erfahrener und kompromissloser Stürmer, der das intensive Spiel der Steelers ideal verkörpert. Foto: Baumann

Bietigheim-Bisingen. Um 19.30 Uhr tritt der Zweite der vergangenen Saison am Freitag gegen den Meister, die Löwen Frankfurt, in deren Halle an. Parallel laufen fünf weitere Partien.

Als Selbstläufer sieht St. Jean die Hauptrunde der DEL 2 allerdings nicht. „Es ist ein langer Weg“, warnte der sportliche Leiter der Bietigheimer auf der Saison-Auftakt-Pressekonferenz in Frankfurt. Eine ganze Reihe von Vereinen hätten sich gegenüber der vergangenen Spielzeit deutlich verbessert. „Es gibt keine Garantie für die Finalteilnahme“, betonte St. Jean. Das sieht auch der Geschäftsführer der Frankfurter Löwen nicht anderes. „Wir erwarten eine spannende und hart umkämpfte Saison“, erklärte Stefan Krämer. Dass die Finalpaarung der vergangenen nun gleich zum Start der neuen Saison auf dem Spielplan steht, bewertet der Löwen-Chef als etwas Besonderes.

Gut vorbereitet scheint die gesamte zweite Liga zu sein, zumindest was die finanziellen Rahmenbedingungen angeht. Die 14 Vereine planten für die Hauptrunde mit Etats von zusammengerechnet 31,6 Millionen Euro, berichtete Liga-Geschäftsführer René Rudorisch. Das sei für die DEL 2 ein „absoluter Rekordwert. Alleine für das Personal wollen die Clubs rund 600 000 Euro mehr ausgeben als in der zurückliegenden Spielzeit.“

Neu in der Liga sind die Tölzer Löwen, die den Aufstieg aus der Oberliga geschafft haben. Ihre oberbayerischen Nachbarn, die Starbulls Rosenheim, mussten dagegen in die dritte Liga.

Einen Aufstieg aus der DEL 2 in die DEL wird es dagegen auch im kommenden Jahr nicht geben, da sich die Ligen über die Modalitäten der Lizenzierung bislang nicht einigen konnten. Eine Entscheidung soll nun ein Schiedsgericht fällen. Rudorisch rechnet spätestens Anfang Dezember mit einem Schiedsspruch. Dieser könne aber frühestens in der darauffolgenden Spielzeit angewandt werden.

Für Marc St. Jean bleibt der Aufstieg in die DEL ein erklärtes Ziel der Steelers. Der Verein hatte wie fünf andere Zweitliga-Clubs im Frühjahr eine Bewerbung eingereicht, war damit aber bei den Erstliga-Verantwortlichen gescheitert. Es sei Fans und Sponsoren nicht zu vermitteln, dass es zwischen den beiden höchsten Spielklassen keinen Auf- und Abstieg gebe, betonte der sportliche Leiter der Bietigheimer.

Unverdrossen geht indes Steelers-Coach Kevin Gaudet in seine inzwischen achte Saison mit den Bietigheimern. Auch der gebürtige Kanadier hat die fehlende Aufstiegsregelung mehrfach kritisiert und sein Verbleiben in der DEL 2 von der Neustrukturierung zwischen DEL und zweiter Liga abhängig gemacht. Dennoch gibt sich der 53-Jährige optimistisch, zumal er mit Alexander Preibisch, der mit einer Erfahrung von 225 DEL-Spielen von der Düsseldorfer EG kommt, und dem deutsch-russischen Torwart IIya Sharipov (SC Riessersee) zwei verheißungsvolle Zugänge neu in seinen Reihen weiß. Mit dem 38-jährigen Routinier Andrew McPherson, der vom polnischen Meister Krakau nach Bietigheim wechselt, wurde ein knallharter Stürmer verpflichtet, der sich hinter dem wohl gefährlichsten Sturmtrio der DEL 2 mit Shawn Weller sowie den Neuzugängen Tyler McNeely (Starbulls Rosenheim) und Norman Hauner (Ravensburg Towerstars) einreihen soll. Mit nahezu vier ausgeglichen Reihen dürften die Steelers als äußerst torgefährlich gelten.

„Ich hoffe, die neuen Spieler werden uns nicht nur helfen, das Finale zu erreichen, sondern es auch zu gewinnen“, gibt sich Gaudet angriffslustig.

Andreas Steinmann und Jürgen Schmidt
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